2010 Verdicchio dei Castelli di Jesi – Classico Riserva, Stefano Antonucci

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Über das Weingut oder diese autochthone Rebsorte aus Santa Barbara in Italien ist mir leider wenig bekannt.

Der Wein ist aber garnicht so schlecht. Im Glas präsentiert er helles Goldgelb und macht einen frischen Eindruck. An der Nase macht der Wein ebenfalls einen eher frischen Eindruck für seine 13,5% Alkohol. Man riecht exotische Früchte, bei erneutem hineinriechen könnte man Mango erschnuppern damit geht auch ein gewisses Limettenaroma einher. Der Hauptgedanke geht aber an die Mango. Man hat sehr den Eindruck eines jungen im Fass ausgebauten Chardonnays ohne aber die schweren sahnigen oder cremigen Geruchstöne.

Im Mund macht sich der hohe Alkoholgehalt dann deutlich als Geschmacksverstärker bemerkbar. Frische Armomen wie Orangen- und Zitronenschalen schmeckt man genauso raus wie frische, fast noch grüne Mandeln (ohne die Bitterkeit) im Abgang. Der Zitrusgeruch verdichtet sich also zum Geschmack. Wenn man den Wein etwas erwärmen lässt, kommen dann im Mund doch noch die leicht cremigen Noten des Barriques heraus. Dies lässt mich eher auf den Ausbau im bereits benutzten Eichenfass schliessen. Könnte aber wahrscheinlich genauso einfach im etwas größeren, frischen Fass ausgebaut worden sein.  Am Gaumen bleibt nach einem eher ordinären Abgang noch länger der Geschmack von purem Alkohol erhalten. Schlechte Arbeit hier also. Alles in allem hinterlässt der Wein einen sehr trockenen Mund.

Das gleiche Ergebnis wäre auch mit 13% zu erreichen gewesen. Ein schöner Wein zum trinken, trotz seiner Mächtigkeit. Ich hatte ihn mit Pasta und Hühnchen. Hat Wunderbar gepasst. Wer mal ein paar kleinere unbekannte(re) Rebsorten ausprobieren will ist hier aber eher schlecht beraten. Der Wein erinnert zu sehr an einen mittelgut ausgebauten Chardonnay und lässt der Ursprünglichen Rebsorte, die mit den Zitrusfrucht-schalen anklingt und eigentlich tollen Apfel und Pfirsich in sich hat, wenig Raum zur Entfaltung. Mal wieder ein Beispiel wie das Fass einen schönen, frischen und meist leider filigranen Wein einfach zermürben kann.

Auch die 22€ sind ein stolzer Preis, bei einem Wein mit Riserva auf dem Etikett sollte man allerdings auch keinen geringeren Preis erwarten. Fässer kosten Geld und müssen oft gewechselt werden… Wenn dann noch die sehr niedrigen Erträge bei dieser Traube berücksichtigt werden und natürlich der Importpreis etc ist das schon in Ordnung so.

3 von 6 Punkten.

Erhältlich bei Garibaldi

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