2011 Boom Boom Syrah, Charles Smith

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Wer hätte gedacht, dass man im Nordwesten von Amerika Wein machen kann. Habe ich mir damals gedacht, als ich auf Okinawa den als komplex angepriesenen Riesling von Charles Smith probierte. Ich dachte Riesling und kühlere Temperaturen, das könnte zusammen passen. Falsch gedacht. Aber das Anbaugebiet dieses Weins grenzt auch im Süden an Oregon an, wo es doch auch wärmer wird. Aber da ich gerne das Opfer von Plakativen und schönen Verpackungen werde, dachte ich mir ich gebe dem Syrah von Charles Smith mal eine Chance. Von vielen Amerikanern als DER Tischwein angepriesen, kommt man auch wirklich nicht ums Probieren herum. 

An der Nase war er etwas diffus, nein eigentlich schlägt einem das Kirscharoma so sehr in die Nase, dass man nicht viel mehr herausriecht ausser vielleicht noch ein paar mehr süßliche Beeren. Auch der erste Schluck war ein wenig befremdlich. Hauptsächlich waren da sehr reife, süße Kirschen. Fast überall. Die Säure und Tannine sind fast völlig in den Hintergrund getreten. Der Abgang ist mittellang und ein wenig herbal geprägt. Lavendel trifft es wohl am besten. Vom Trinkgefühl her ein sehr warmer Wein. Von Eleganz kann kaum die Rede sein. Der Wein ist sofort präsent und der Kirschmarmeladen-Geschmack überdeckt feinere Nuancen fast sofort. Am besten ein wenig ankühlen bevor man ihn aufmacht, dann bekommt man noch ein bisschen mehr vom Lavendel im Abgang mit. Auch die 13,5% Alkohol lassen den Wein schlank erscheinen und sind genau das richtige Maß um das von Herrn Smith gewünschte Aroma zum Vorschein zu bringen.

Zu einer Süßlichen Vorspeise kann ich mir den Wein genau so gut vorstellen wie zu einem Essen mit einem starken Eigengeschmack. Dieser Wein lässt sich nicht einfach überdecken. Der Wein ist leicht zu trinken und erinnert mich sehr Stark an den Amerikanischen Charakter. Straight forward und einfach gestrickt. Man muss allerdings beachten, dass der Wein in Amerika für 14$ verfügbar ist, was für Amerikanische Weinpreise wirklich fantastisch ist. Sollte ich einmal wieder in den USA sein, wäre das ein Wein nach dem ich für ein gemütliches Essen greifen würde, wenn ich ihn im Regal finde. 

Die 22€ die ich in Österreich dafür gezahlt habe sind aber schon ein sehr teurer Lohn für die Erfahrung. Wer Syrah wirklich mag, sollte den Wein aber auf jeden Fall mal ausprobieren. Für alle Fans von eleganteren, filigraneren Weinen: Finger weg. 

Gekauft bei Wein&Co in Österreich (Haben auch einen Versand)

3 von 6 Punkten.

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