2005 Barbaresco Fondetta, RIZZI Piemont

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Ein kleiner Gruß aus dem Piemont vom kleinen Bruder des Barolo. Bei meinem letzten Besuch im Piemont kamen mir böse Gerüchte über das Weingut Rizzi zu Ohren. Unter anderem, das sie einen für das Wingert eher unvorteilhaften Deal mit dem Besitzer der Italienischen Feinkostkette EATALY eingegangen sind um die Distribution ihres Weines weiter voranzutreiben. Dieser drückt allerdings die preise des davor schon günstigen Barbarescos noch weiter. Aber 2005 war das alles noch Zukunftsmusik. Ws allerdings gleich geblieben ist, ist die Erntemethode. Die Trauben werden in den steilen Weinbergen von Hand geerntet und schonmal vorselektiert. (Von der Grünen Ernte mal abgesehen). Das ganze wird dann natürlich für die wunderbaren Einzellagen nochmal von Hand selektiert und dann so zwei Wochen bei 30 grad fermentiert.

Heraus kommt ein wirklich toller Wein, wenn man ihn ein wenig herunterkühlt und ihm seine Stunde im Dekantier lässt. Sonst hat man sehr saure, warme Plörre 🙂 Fürs warten wird man schon an der Nase mit sauren Beeren und sehr dezenten Kakao und Kaffeenoten belohnt. Die rauen Tannine sind beim ersten schluck sofort präsent. Beim zweiten schluck kommt dann die für den Barbaresco so typische feine, weiche Säure durch, gefolgt von den davor schon erschnupperten Bitterschokolade-Aromen. Den Kaffee habe ich jetzt nichtmehr unbedingt wiedererkannt (Ich habe ihn am nächsten Tag noch einmal probiert und der Kaffee war da. Ein paar mehr Jahre und er wird auch von Anfang an präsent sein), dafür aber natürlich die der Bitterschokolade folgende Lakritze im Abgang. Ein eleganter und femininer Wein, trotz der 14%. Wirklich feinfühlig, wenn man bedenkt, was das Piedmont sonst noch so an Weinen zu bieten hat.

Ich liebe den Wein zur Ente und vor allem zum Steak. Der Wein harmoniert perfekt mit den eher blutigen Fleischaromen und fügt noch seinen eigenen Charakter hinzu ohne in dem Fleisch-Wein Wirrwarr unterzugehen. Wer noch nie Barbaresco hatte ist hier perfekt beraten, da der Wein mit 28,50€ einen perfekten Einstiegspreis in die Barbaresco Welt bietet. Es muss nicht immer gleich ein Gaja sein. Der Wein ist dazu gemacht um mit Essen getrunken zu werden. Für einen gemütlichen Abend und um den Wein alleine zu genießen ist er mir zu aufgeregt und Tannine in Verbindung mit der Säure können einem auch nach dem ersten Glas schnell zuviel werden.

Für mich 4(fast 5) von 6 Punkten.

Erhältlich über Walter & Benjamin München.

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