2011, Sito Moresco, Gaja

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Heute habe ich mir eine kleine Weinsünde gegönnt. Gaja mixt neben seinen Top Weinen, die es wirklich in sich haben, und seinen Toskanern, die ich noch nie probiert habe, auch ein paar „normale“ Weine. Unter anderem den Stio Moresco. Der Wein ist dieses Jahr eine 35/35/30% Mischung aus Nebbiolo, Merlot und Cabernet Sauvignon. Das macht das ganze ziemlich interessant. Davon abgesehen, dass der Nebbiolo und der Cabernet auf jeden Fall immer ein paar Jahre brauchen um sich zu entfalten, vor allem nach 18 Monaten im Barrique, so wie dieser Rotwein hier. Da es aber keine so große Auswahl an halben Flaschen im Restaurant gab, hab ich ihn mal probiert. 

Die Farbe geht schon vom Violetten ins Schwarzrote, und das ist auch geschmacklich Programm. Das Bouquet hats richtig drauf, Erdbeere und Himbeere führen an und werden nach 45 Minuten an der Luft noch von Sauerkirsche begleitet. Auch Mandel spielt mit. Der erste Schluck nach 45 min ist allerdings vor Säure und Tannin kaum im Mund zu behalten. Selbst nach 2 Stunden ist die Säure der 35% Nebbiolo noch so stark, dass man kaum etwas herausschmeckt. Das wird ein schöner filigraner Wein in 6-8 Jahren. Ich habe schon eine Menge frischer Barolo probiert und Säuremäßig war dieser Wein nochmal eine Nummer höher. Das muss sich ein bisschen mit dem soliden Tanningerüst und den fruchtigen und schönen mineralischen Noten vom Abgang verbinden und dann wird das ein Spitzenwein, der sich vor 50-100€ Barbarescos gleichen alters nicht verstecken muss. 

Toller Wein, nach 4-5 Stunden in der offenen Flasche auch schon jetzt. Ich hatte ihn zum Lamm, hat super gepasst, würde ihn aber auch zu Salat mit Ziegenkäse und Himbeeren probieren. Die Säure des Weines ergänzt das ganz gut. Die Preise gehen bei diesem Wein weit auseinander. Viele bieten ihn für 50€ an, was völlig überteuert ist. 28€ zahlt man bei superiore.de. Das ist der Wein auch Wert. Mit ein wenig suchen findet man auch einen 2009 Jahrgang, der lässt sich momentan schon eher trinken. Wenn nicht Gaja draufstehen würde, gäbe es eine solche Rebsortenmischung bestimmt billiger. Ich habe allerdings noch keine andere Nebbiolo Cuvee entdeckt, deshalb ist das ganze Alternativlos. Eine Riesen Nummer aber für Fans der Traube.

Da mir das momentan zu viel Säure ist, bewerte ich den Wein hier nicht. Da er aber gut strukturiert gewirkt hat und die Komplexität schon ein wenig durchblicken lässt, würde ich einem reifen Exemplar doch 5 von 6 Punkten attestieren. 

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