2010 Alfiera, Marchesi Alfieri

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Ein schönes Ding. Ich durfte mit einem Freund zusammen bei einem Besuch im Piemont bei der Ernte des diesjährigen Weines mithelfen und der für den Wein zuständige Önologe hat mir noch sehr sehr viel über Wein beibringen können. Das Weingut stellt 2 verschiedene Barberas her, die sich hauptsächlich durch Lage(4ha beste Lage), Auslese(Von Hand) und Lagerzeit(6-12 Monate im 225HL-Fass) im Barrique unterscheiden. Das hier ist der bessere und der überzeugt auch wirklich. Soweit ich weiß, wird der Wein auch nur in guten Jahren hergestellt. 

Im Glas sieht man die typische Barbera Farbe: Ein dunkles, dichtes Rubinrot. Das Bouquet ist eher zart und zurückhaltend, da riecht man vor allem frische Waldfrüchte, begleitet von Vanille und ein bisschen Kakao anklängen. Endlich mal keine saure Kirsche 🙂 Da der Wein noch relativ jung ist und generell 12 Monate im kleinen Barriquefass verbringt, hat er 20 Minuten im Dekanter zugebracht bevor ich ihn getrunken habe. Geschmacklich ist der Wein im ganzen Mund präsent, die Waldfrucht der Nase paart sich mit dunkler Kirsche und noch ein wenig wohltuender Säure. Die griffigen Tannine begleiten einen in den langen Abgang der von Früchten flankiert auchnoch Vanillenoten anstimmt. Der Wein kann ruhig noch 10 Jahre im Keller liegen. Muss er aber nicht.

Der Geschmack ist nichts super neues oder innovatives, aber das muss es auch garnicht sein, ein sauber gemachter, gut und typisch schmeckender feiner Barbera. Und bei all den Weintrends findet man selten ein Paradebeispiel für einen klassischen Wein. Typizität und Herkunft schmeckt man einfach raus. Der Wein ist so schön und komplex, dass man die Flasche auch alleine ohne Essen leeren kann ohne dass einem langweilig oder schlecht wird. Der Schlüssel liegt eben in der Balance zwischen Fass und Traubenaromen und natürlich einem Jahrgang der das ganze zulässt. Den Wein kann man zu allem was das Piemont so an Essen zu bieten hat trinken. Steak geht genauso wie eine Caprese oder Wildschweinsalami zur Vorspeise. 

5 von 6 Punkten. 

Die Nachfrage nach diesem Wein wird auch dann klar, wenn man versucht einen älteren Jahrgang über das INternet zu bekommen. Ich durfte dort einen 2007er probieren, der diesen hier noch um einiges übertrumpft, der ist aber nirgends mehr zu finden. Kostet auch 24€ ist diese aber wert. Zu kaufen bei boller-weine.de

Update: Nach 24 Stunden, allerdings mit Argon in der Flasche, wird der Wein richtig schön weich. Tannine immernoch da, Nase noch schön beerig, am Gaumen immernoch schön kräftig. Der Wein wird wirklich noch besser über die nächsten paar Jahre. Die meißten Rotweine werden nach 24 Stunden schlechter, dieser hier wird auch nicht unbedingt besser, aber man kann dadurch ein bisschen besser das Potential erahnen, das in solchen Weinen steckt.

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