Über sardische Weine

Ich entschuldige mich hiermit für die lange Abwesenheit, ich war in Sardinien unterwegs. Es war wunderschön dort und sie haben auch gute Weine, viele konzentrieren sich aber leider zu stark auf die Cash Cows wie den Cannonau (eigentlich ein Grenache) und den Vermentino. Vermentino gibt es dort mit allen möglichen Denominationen von I.G.T. über D.O.C. bis hin zum Vermentino di Gallure, der als einziger Wein auf der Insel das Privileg D.O.C.G. genießen darf. Alle I.G.T. Weine werden mit dem Zusatz „Isola de Nuraghi“ ausgestattet. Nuraghen sind so kleine Steintürmchen auf der Insel, die leider garnichts mit Wein zu tun haben, aber große Touristische Wirkung zeigen. Wenn ein Wein Isola de Nuraghi trägt, dann darf da so ziemlich alles rein was auf Sardinien wächst. Für den Kunden mal wieder sehr verwirrend. Falls er überhaupt über den Umstand bescheid weiss.  Die weniger Angebauten Rebsorten der Insel sind meine persönlichen Stars. Ich war auf einem Weinfestival dort und hatte die Chance mich mal durch die ganzen Sardischen Rebsorten zu probieren und muss sagen, es gibt wunderbare. 

Beim Weißwein war für mich Puisteris an erster Stelle. Der Wein verbringt eine kurze Zeit im Eichenfass und ist dann ein wunderbarer, billiger Speisebegleiter zum (zugegeben auf der Sardischen Speisekarte eher seltenen Fisch).

Einen sehr leichten Rotwein, der tatsächlich auf zu gegrilltem oder stärker schmeckendem Fisch passt ist der Monica. Diese Traube ist garnicht so unbekannt und auch der größte und bekannteste Hersteller der Insel: Argiolas hat einen Reinsortigen Monica Wein im Programm. (6€ im Laden) 

Keine Autochthone Rebsorte aber trotzdem erwähnenswert ist der Carignan. Von den Paar Weinen die ich mit Reinsortigem Carignan genießen durfte, fand ich den im unteren Preissegment angesiedelten Buio der Cantina Mesa Moro sehr lecker und für 10€ auch mal einen Versuch Wert. 
Auch in den Isola de Nuraghi Verschnitten leistet der Carignan gute Arbeit. 

Klar, der Turriga schmeckt hervorragend Fruchtig und tief und kann eine Menge, genauso wie der eher schwerere Barrua, aber außer diesen Beiden Weinen und einem eher ohne liebe mit viel Barrique gemachten Buio Buio gibt die Insel wenige Premium Weine her. Klar würde das auch nicht zur sardischen Mentalität passen, wenn alle Weine als komplexe, lagerfähige Klassiker daherkommen, aber ich hätte schon erwartet, dass sich ein paar mehr Winzer an das Thema herantrauen. 

Ich habe mir ein paar ältere Tropfen mitgenommen die ich hier natürlich bezeigen verkosten werde. Ach ja, billigen Turriga finden wird auf der Insel in der Tat zur Sportart, wenn manche Weinverkäufer den unschuldigen Touristen mit Restaurantpreisen aufwarten. 

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