2001, Domaine Gourt de Mautens blanc, Jérôme Bressy, Rasteau

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Ich habe mir lange überlegt, ob ich das Blog Format ändern soll. Ich trinke immer mehr Weine, die so im Handel nichtmehr erhältlich sind. Ausserdem finde ich immer weniger Weine die so besonders sind, dass ich unbedingt darüber schreiben will. Ich werde mir in kürze mal ein paar mehr Gedanken zu dem Thema machen.

Aber ein paar Verkostungsnotizen habe ich da schon noch, die ich gerne teilen würde. Dieser hier hat mich mal wieder zu einem Eintrag inspiriert. Die Weine von Jérôme Bessy sind so oder so nicht sonderlich leicht zu bekommen und werden nur in geringer Stückzahl hergestellt. Dass er auch Weissen Codes du Rhone herstellt, habe ich erst vor ein paar Monaten erfahren. Die Rebsorten die in diesem Wein verwendet werden sind Grenache Blanc, Gris, gefolgt von den typischen drei Rousanne, Marsanne und Viognier dann noch der mir ein bisschen bekannten Picpoul Blanc der nie einzeln getrunkenen Picpoul gris und den mir nicht bekannten Bourboulenc, Clairette Blanche, Picardan. Ja, das ist eine ganz schöne Liste von Trauben. Die meisten der Reben sind auch noch ca. 100 Jahre alt. Auch der Ertrag spricht für sich: zwischen 10 und 15hl/ha sind nicht gerade viel.  Ausserdem hat der Wein noch 18 Monate in gebrauchten Fässern und Stahltanks verbracht und ist obendrauf noch ungefiltert. Herr Bressy experimentiert gerne mit Rebsorten herum. Meiner Meinung nach kann und darf er das auch gerne machen wenn so toller Wein dabei herauskommt. 

Goldenes Gelb, dass aber ruhig noch ein bisschen dichter werden kann begrüßt einen beim einschenken. Die etwas Oxidative Nase begrüßt einen mit Haselnuss, gerösteter Haselnuss und Vanille ein kleines bisschen Frucht vom grünen Apfel und einer sehr reifen Birne ist noch dabei. Dann rein in den Mund damit. Im großen und ganzen erinnert der Wein stark an einen Chateauneuf Blanc. Zu meinem Erstaunen an einen sehr jungen Chateauneuf. Von Frucht sollte man hier nichtmehr sprechen. Von Apfel und Birne sind nurnoch die Schalen als Aromen übrig geblieben. Hier kommt eine geballte Ladung schmelzige Röstaromen. Staubtrocken kommt dieser Vanille, Honig, Holz und Nelken strotzende Wein daher. Beim Abgang hat man wirklich einen trockenen Mund und erinnert sich noch mittellang an den fülligen Wein. Gerade im Abgang hätte ich ein wenig mehr erwartet. 

Vor kurzem hatte ich mal eine Diskussion wozu man einen solchen Wein am besten trinken sollte. Für mich es die dekadente Lösung: Pizza mit Languste/Hummer. Was den Wein angeht. Er ist unglaublich dicht und eindrucksvoll im Mund. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob sich dieses Temperament mit dem Alter noch legt, oder ob man den Wein nicht eher früher trinken sollte um noch ein wenig mehr Frucht zu schmecken. Obwohl der Wein auch schon in jungen Jahren extrem trocken ist. 

Wer noch eine Flasche findet: Auf jeden Fall zugreifen. Der Wein ist Rar und lecker!

5 von 6 Punkten. 

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