2003, Clos de la Coulee de Serrant, Nicolas Joly

IMG_5374 Dieser Wein und vor allem der Winzer sollte ja allgemein bekannt sein. Einer der Urväter und Verfechter der Biodynamie und ein begnadeter Winzer. Welchen Einfluss gemahlenes Horn, Exkremente, Organe mit Würmern die man aufhängt und dann verteilt etc. auf die Reben haben, kann ich nicht unbedingt sagen. Das Ernten bei Nacht oder Vollmond hat denke ich wirklich reelle praktische Vorteile. Was aber auf jeden Fall in den Wein einfließt ist die Philosophie des Winzers der hinter der kompromisslosen Methode steckt. Natürlich ist der Wein nicht stark filtriert und enthält auch nicht zuviel Sulfite. Ein Ansatz den ich sehr begrüße. Es ist eine Art Balance. Ein Statement das besagt: man muss nicht alles weglassen, man kann es auch sehr gezielt und in geringeren Mengen einsetzen, wenn es dein Wein gut tut und ihn nicht zu sehr verfälscht. Das im Monvinic in Barcelona ergatterte 2003er Exemplar der Spitzenweins war natürlich noch zu Jung, aber zeigte schon Zeichen der Reife. Bevor ich es vergesse, es handelt sich bei diesem Weisswein um 100% Chenin Blanc von der Loire.  Zur Farbe kann man nur eins sagen, beeindruckend. Dunkles trübes Gelb mit einem Stich ins Orange. Nach den ersten 10 Minuten im Dekanter konnte ich schon nichtmehr widerstehen und musste probieren. Eine Sommeliere hat mir den Geruch einmal in ihrer Erklärung mit Erdnüssen verglichen. Das kommt dem ganzen auch wirklich sehr nahe. Nur ist das natürlich nicht alles. Wenig Frucht, eher Fruchtschalen. Grüne Birnenschale und Rote Apfelschale, vielleicht noch Marille ein eher süßlicher Duft. Einnehmend, opulent und komplex. 6/6. Dann der erste Schluck. Der erste Eindruck ist viel zu komplex, erst langsam, lassen sich die einzelnen Bestandteile herausschmecken. Die exotische, cremige, garnicht Säurebetonte Frucht wird von einem feinen, eleganten salzigen Beigeschmack durch den Mund getragen.5/6 Die Salzigkeit paart sich mit einer orangenschale und Kalkgeschmack im Abgang. Der ist keinesfalls zu kurz und zieht sich eine Ewigkeit im Mund daher.5/6 Einer der wenigen Weine von dem eine Flasche zu wenig ist. Der Wein macht einen durchgängigen Eindruck, der an der Nase anfängt, sich im Mund bestätigt und im Abklang eine bleibende Erinnerung hinterlässt. Ein Wein der sich von der Masse an gefällig schmeckenden Weinen absetzt, ohne aber ein völliger Freak-Wein zu sein. Ich hatte verschiedenste kleine Speisen dazu, vom Pilz, über Samoas mit Beeren bis zu Käse. Alles hat gut gepasst. Der Wein kann locker nochmal 10 Jahre reifen ohne Alterungerscheinungen zu zeigen. 

5 von 6 Punkte.

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