1997 Ovello Riserva, Produttori del Barbaresco

  

Ich will hier im Blog eine kleine Reihe starten. Eine Reihe über die tollen Weine die Italien in den Jahren 1996 und 1997 erzeugt hat. Zuerst kommt 1997 dran. Und eines meiner Lieblingsweingüter. Weil es so auf dem Boden geblieben ist. Weil es unglaubliche Weine zu noch viel unglaublicheren Preisen ausspuckt. Und weil es Riservas aus sehr vielen Lagen hat. Und all diese Lagen auch tatsächlich einzigartige Charakteristika haben. Und wenn nicht, dann wird die Lage in diesem Jahr eben nicht einzeln abgefüllt sondern findet ihren weg in den normalen Barbaresco. Das ist schonmal ein toller Ansatz. Nun zum Ovello. Die regulatorien für einen Riserva muss ich wohl nichtmehr erklären. Was? Nagut. 100% Nebbiolo. Das Kriterium das Gaja dazu bewegt hat ein paar seiner grandiosen Barbarescos nichtmehr so zu nennen. Weil er meinte 1-3% Barbera, Cabernet oder sonstwas tun dem Wein ganz gut. Mehr dazu später in der Reihe. Dann noch eine „Mindestausbauzeit“ von 42 Monaten. 9 Davon sollte der Rotwein auch im Holzfass verbracht haben.
Die Produttori geben dem Wein 28 Tage auf der Maische, 30 Monate im großen Holzfass und 12 Monate auf der Flasche. Nun noch kurz zur Lage Ovello, diese ist von Kalkstein und Ton geprägt. Ausserdem ist sie relativ „rund“. Das bedeutet Sonne von Südwesten, Westen und Südosten. Das macht volle, opulente Weine mit lang anhaltenden Tanninen und viel Säure.
Das und die natürliche dicke Schale der Nebbiolo Traube führen zu einer ganz schön guten Lagerfähigkeit. Aber Achtung. Nur in sehr guten Jahren. Mir sind schon 98er nach 30 Minuten im Glas regelrecht zerfallen. Aber 1997 war eben ein grandioses Jahr. Eine perfekte Ballance aus Tannin und Säure. Nicht ganz so opulent wie 1990 aber 7 Jahre jünger, deshalb macht das nichts.
 

Die Farbe ist noch ziemlich dicht für einen so alten Wein. In die Nase strömt viel und das mit einem irren Nachdruck. Tabak, Teer und Asphaltgeruch. Kakaopulver, Lakritze und Süßholz. Zum niederknien. 5,5/6 Am Gaumen dann frische Säure, auch Tannin ist noch da, wie bei einem frischen Wein. Die Kirschfrucht verblasst nach 30 Minuten und macht den Tanninen mehr Platz, aber bis dahin zeigt sich der Wein in Bestform. Balance und Reife und die Nase bestätigt sich hier. 5/6 Und dann der Abgang. Der gerät leider ein wenig Fad. Ganz und garnicht zu kurz aber irgendwie hätte ich viel mehr Schokolade erwartet, zurück bleibt aber eher ein bisschen Cigarbox/Tabak und viel Trockenheit wegen der Tannine.4/6 

Für den Preis ist der Wein mehr als ein Schnäppchen. Wenn man nicht den Fehler macht ihn ohne weiteres in einen Dekanter zu füllen, so wie ich bei der ersten Flasche. Zu Carbonara, wenn man auf was ausgefallenes steht. Ansonsten natürlich zum Lamm oder Hasen. Essen muss aber dazu. 

Sehr verdiente und ohne ein Zucken vergebene 5 von 6 Punkte.

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