1997 Barolo Vigna Chiniera, Elio Grasso

  

Nun zum zweiten Wein der 1997er Reihe. Diesmal ein Barolo aus der Region Monforte. Elio Grasso selbst war nicht sein Lebtag Winzer, entschied aber dann doch das Bankenbusiness zu verlassen um sein Leben dem Wein zu widmen. Das führte dazu, dass er sich bei dem Traditionalisten gegen Modernisten Streit der Barolo region nicht wirklich auf eine Seite geschlagen hat und er den Wein so produziert, wie es ihm am besten gefällt. Die Weine gehen zum einen in die traditionelle ledrig Tanninbetonte Richtung, können aber doch grazil wirken und behalten bis im Alter auch fruchtige und florale Noten bei. Ich durfte ihn persönlich erlebt und finde sein Charakter entsrpicht dem Stil der sich durch alle seiner Weine, vom einfachen Nebbiolo bis hin zu diesem Top Barolo durchzieht. Ein nachdenklicher Charakter. Ausgelassen aber feinfühlig und sehr intelligent, aber auch eigenbrödlerisch. Der Chiniera Barolo zählt zu den kraftvolleren und kann nicht nur, sondern sollte auch mindestens eine Dekade gelagert werden. Zumindest in dem Stil in dem ihn Elio Grasso ausbaut. Nur dann kann er seine Vielschichtigkeit auch wirklich entfalten.

Einmal geöffnet verströmte der Wein schon aus der Flasche heraus einen himmlischen Geruch. Der Korken, makellos, Füllstand wie frisch abgefüllt, die Erwartungen genauso hoch. Die Farbe war dem Alter angemessen. Aufhellung am Rand aber noch tiefes dunkles Rot zur Mitte hin. Und dieser Geruch. Wir entschieden uns für Burgundergläser.
Zu aller erst die Sauerkirsche, leicht balsamische Noten und sehr deutlich Bienenwachs mit Honig. Florales war auch noch dabei, Welke Rosenblüte deutlicher als die Eukalyptus Note. Alle paar Minuten Veränderte sich der betörende Geruch. Trockenes Heu und Lakritz ergänzten die vielschichtigen Aromen. Ohne Zweifel 6/6
Dann kam die Überraschung: Einmal im Mund war der Wein ein völlig anderer. Störende Tannine gefolgt von einer stark azdringierenden Säure. Da war eben noch eine halbe Stunde riechen angesagt. Dann öfnete sich der Wein ein wenig, nach einer Stunde war er dann wirklich trinkbar. Im Mund war das Leder, die Sauerkirsche aber sonst nicht viel. Die Tannine wurden zwar zarter, aber ich denke der Wein war noch zu jung. 4/6 Der Abgang machte wieder viel Spass, Mokka klang an und der Wein wirkte eine halbe ewigkeit lang nach.Die floralen Aromen kamen noch nach und ein der Honig war schon in Ansätzen da. 5/6

Eine komische Erfahrung. Der Wein konnte nicht wirklich einhalten was der Geruch versprach. Mal sehen was er in fünf Jahren bereit hält. Das Warten ist es in jedem Fall Wert.

5/6 Punkte

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