1997 Carobric, Paolo Scavino

  

Heute mal ein Beispiel für einen kleinen gorßen. Der Wein an sich ist nichts besonderes, 1996 entschied sich Scavino drei seiner Lagen zu verschneiden. Die Lagen baute er natürlich auch einzeln aus. Es entstand also eine Art „Villages Barolo“. Die Lagen die hier zusammenkommen sind: Rocche di Castiliogne, Fiasco di Castiglione (besser bekannt als Bric del Fiasc) und zu guter letzt Cannubi. Die zentralste Lage im Barolo. Mittlerweile ist der Wein aus seinen Kinderschuhen hinausgewachsen und macht auch den anderen Scavino Weinen und vielen Reinsortigen Barolos Konkurrenz. Auch der Preis ist auf stolze 60€-70€ angewachsen. Aber das ist auch kein Wunder, wenn Galloni 96 Punkte für den 2010er vergibt. Aufgrund der Lagencuvee kann man kaum auf Charakteristika eingehen. Es handelt sich um einen sehr ausbalancierten und im Sinne des Wortes normalen Barolo. Der Wein ist durch den sehr modernen Ausbau Scavinos in französischer Eiche schon früh zugänglich und trotzdem eine ganze Weile Lagerfähig, obwohl das Trinkfenster im Gegensatz zu klassischen Barolos doch deutlich enger wird.

Von der Farbe her ein sehr alter Wein. Selbst bei vollem Glas noch bis unten hin klar. Die Nase ist schön deutlich und Aromatisch. Man erkennt mit leichtigkeit Rayon Schokolade (Link) Kirsche, getrocknete Feigen und Datteln. Anklänge von Rosmarin, ein wenig orientalische Gewürze, allem voran Nelke und sehr sanfte Ledernoten. Das Alter riecht man deutlich heraus. Auch vor dem ersten Schluck erkennt man die Opulenz die der Wein einst besaß und vor allem das Ende des Trinkfensters. 5/6
Am Gaumen noch die Kirsche, wenn auch nichtmehr sauer, noch deutlicher erkennt man saftige Datteln. Der Wein hält was die Nase verspricht. Die Säure ist nichtmehr stark, aber immernoch tragend, im Gegensatz zu den sehr sanften Tanninen die nichtmehr viel Struktur verleihen können. Deutlich ist der Eindruck eines Barolo. Der ganze Mund wird vom Geschmack ergriffen, der sich toll entfaltet und von der einstigen Mächtigkeit des Weines noch immer zeugt. 4,5/6
Der Abgang ist dafür grandios, mittellang aber deutlich zieht er sich mit Kaffe, Schokolade, Tabak und Mandel. 5/6

Leider habe ich mit diesem Wein zu lange gewartet, sonst wäre die berwertung noch besser ausgefallen. Ein tolles Erlebniss war er allemal. Ich hatte dazu ein Iberico Filet vom Grill, Rosenkohl und eine leckere Parmesansauce. Könnte mir aber auch ein paar Agnolotti mit Trüffel dazu vorstellen. Durch sein Alter lässt der Wein aber auch zu, dass ich den Rest der Flasche auch noch ohne Essen genießen kann.

Abgerundet auf 4,5/6 Punkte.

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