2011 Clos Floridene, Denis & Florence Dubourdieu

  

Denis Doubourdieu. Mir wurde er bekannt für sein Mitwirken am „Handbook of Enology“. Darin ist er übrigens auch habilitiert. Von ihm stammen auch die Thesen über die fünf Faktoren die einen guten Jahrgang im Bordeaux (meißtens auch in den anderen Regionen der Welt) ausmacht. Eine frühe und homogene Blüte, einsetzender Trockenstress beim Farbwechsel, ein warmer (nicht heißer) und trockener August und September und zu guter Letzt: keine längeren Regenperioden bei der Ernte. Das trifft auch relativ treffsicher zu. Zumindest, wenn man das Bordeauxjahr nach Kritikerbewertungen beurteilt. Jedenfalls ein Mann der weiss was er sagt. Und der offensichtlich auch weiss was er tut. Er macht nämlich auch Wein. Ich hatte seinen Weißen Bordeaux im Glas. Und zwar aus einem eher schlechten Jahrgang: 2011. Lustigerweise hat er trotz der widrigen Bedingunen ein fantastischen Wein gezaubert. Der Wein besteht ungefähr zu gleichen Teilen aus Semillion und Sauvignon und noch ein paar wenigen Tropfen Muskadet. Machart? Typisch weißer Bordeaux eben.

In ein paar Jahren wird der Wein sehr schön Goldgelb sein, gerade eben ist es eher ein helles Gold. An der Nase nussig, Haselnuss und Cashew gefolgt von Vanille und Steinobst. Knackiger Pfirsich und sehr junge Aprikosen. 3,5/6 Am Gaumen dann sehr fein. Filigran und doch einnehmend. Ein Textbook weißer Bordeaux. Die Eindrücke aus der Nase werden alle bestätigt, die Nüsse sind vielleicht ien bisschen Grün und bitter, da der Wein noch jung ist, aber das ist eine reife Leistung. Der Geschmack und Wein ist nicht zu einnehmend, sodass man sich lange mit den Pfirsichen und Aprikosen im Mund beschäftigen kann. Der Wein ist schon stoffig, aber der Barriqueeinsatz hat nichts überlagert und die Aromen sind alle untereinander ausbalanciert. Keiner will die erste Geige spielen, sie fügen sich harmonisch zusammen. 4,5/6 Der Abgang ist, wirklich schön. Man beisst jetzt auf den Kern der Aprikose und schmeckt noch Waldhonig und karamellisierten Zucker bevor das Barrique dann doch noch die Kontrolle übernimmt und mit einer kleinen bitteren Note die anderen Aromen überlagert. 4,5/6

Das kann man trinken, das kann man für 20€ auch ohne schlechtes Gewissen kaufen und den Wein kann man auch noch 8 Jahre Weglegen und dann genießen. Der kalte und durchwachsene Jahrgang war besser für den Wein als Herr proffesor Doubourdieu sich dachte. Ganz vorzüglich hat der Wein zu einer Burrata mit reifem Pfirsich und Honig gepasst.  Lachs würde natürlich auch passen. Schön, frisch und tiefgründig und ein super Einstieg in die Welt der weißen Bordeaux.

4 von 6 Punkten.

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