2014 Hollenburger Riesling CHH/2014/#9, Christoph Hoch

  

Manche Weine überzeugen nicht gleich auf den erßten Schluck. Oder gar auf den ersten Eindruck. Manche große Burgunder brauchen auch Mühe und Einfühlungsvermögen um sie zu verstehen. Bei diesem Wein bin ich mir nicht sicher ob es die Luft oder meine Einstellung war, aber irgendwie hat es klick gemacht. Nicht auf den ersten Schluck, aber kurz danach. Der Wein braucht Luft und Zeit, Luft für den Wein und wenigstens ein bisschen Zeit für den Genießer. Der Riesling um den es sich heute dreht kommt aus Hollenburg. Das ist, wenn man die Donau richtung Wien an Krems vorbeifährt nach ein paar Kilometern am rechten Ufer. Gemacht wird er vom jungen Winzer Christoph Hoch, der seinen ebenfalls dort ansässigen Eltern in ihrem Beruf folgt. Nach der Ernte wurde der Riesling spontanvergoren, bevor er in im Schnitt 1000 Liter großen, alten Holzfässern weiter reifen darf. Die #15 steht hier nicht für das Fass, sondern für die verschiedenen Chargen aus denen der Abgefüllte Wein besteht. Es handelt sich hier Praktisch um einen Non-Vintage Wein wenn man es so will. Da allerdings der Großteil der chargen dann doch aus 2014 stammt, steht die Jahrszahl auch noch mit im Titel. Ich muss sagen, dass man das auch schmeckt. Die in der Wachau für 2014 unverkennbare Säure schlägt zwar durch, wirkt aber nie zu überwältigend, vielleicth aufgrund eines zahmeren 2013er Jahrgangs der beigemischt wurde. Eine feine Idee meiner Meinung nach.

Nun mal zum Wein. Dieser präsentiert sich sehr leicht eingetrübt mit einem leicht staubigem Goldgelb. Wer dem Wein nicht unbedingt zwei Stunden in der offenen Flasche oder eine Stunde im Dekanter gibt ist selbst schuld. Dann riecht der Wein recht basisch und schmeckt eher nach Kalkstein und Kreide als nach Frucht. Zum Glück schreibe ich Weine nicht so schnell ab. Die Nase dreht schön auf und offenbahrt neben Apfel und Zitrone vor allem Steinobst. Ein paar Kräuter und nassen Kalkstein vernimmt man auch noch nach genauerem Riechen. 3,5/6 Am Gaumen blüht der Wein mit ein wenig Sauerstoff richtig auf. Der erste Eindruck war für mich ein saftiger Roter Apfel, direkt vom Baum gepflückt. Inklusive der Schale. Mitten im Mund gesellt sich dazu noch grüner Tee mit perfekter ziehzeit. Diese beiden kleinen details, die Apfelschale und die Ziehzeit kommen von der tollen Struktur die der Wein an den Tag legt. Eine stoffige, nur leicht cemige Struktur. Die prägnante, sehr gut eingebundene Säure stört nie, sondern gibt dem Wein eine präzise Linie vor, die ihn filigran durch den Mund begleitet. 4,5/6 Leider verlässt Sie ihn schon relativ früh und sorgt für einen recht kurzen Abgang. Die Zeit wird das aber schon richten. Bis dahin begüge ich mich mit den salzigen und mineralischen Aromen die der Wein, wenn auch nur kurz zurücklässt. 3/6

Der Wein wirkt niemals zu vordergründig, oder gar insziniert. Der Traube, dem boden auf dem die Rebe wächst die sie hervorbringt und ebendieser wird hier eine Bühne geboten. Der Wein bietet eine tolle Harmonie zwischen Anspruch und Trinkfluss, die ich in vielen Weinen suche. Ein Wein, den man sich auch im Alltag getraut aufzumachen, nicht zuletzt, wegen eines meiner Ansicht nach viel zu niedrigen Preises. Weiter so!

Für mich,

4 von 6 Punkte.

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