2011 Grüner Veltliner Ried Schön, Martin Muthenthaler

  

Ja, schon wieder die Wachau. Aber diesmal Veltliner statt Riesling. Ein Veltliner der mir sehr am herzen liegt. Als ich ihn das erste mal verkostet habe, habe ich nichts besonderes gemerkt. Kein Wein den ich hier unbedingt im Blog vorstellen muss. Aber das war nach einem langen Tag auf der Prowein. Nach so einem Tag fand ich auch eine Aulerde von Wittman ein bisschen fad. Das zweite mal habe ich mir mehr Zeit genommen. Ich bin sogar in die Wachau raus gefahren. Ans äußerste Ende der Wachau um genau zu sein. In die Richtung wo viele Österreicher gerne hinziehen wollen. In Richtung Waldviertel nach Mühldorf. Dort liegt ganz versteckt die Weinwerkstatt von Martin Muthenthaler. Ein Mann dessen Philisophie was den Wein angeht genau meinen empfindlichen Nerv trifft. Er lässt den Wein sein. Er lässt die Reben wachsen und den Wein sich entwickeln, genauso wie sich auch die Hefen von selbst entwickeln können. Jemand der diesem puristischen Weg geradlinig geht. Und dieser Weg erzeugt einen extrem feingliedrigen Wein. Der Veltliner vor mir im Glas ist noch Blutjung. Aber nach einem halben Tag an der Luft, kann man ihn auch schon jetzt genießen. Mit feingliedrig meine ich keinesfalls, dass ein Wein nicht aussagekräftig und dicht sein darf. Denn das ist er. Er ist aber all das mit einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit die mir imponiert.

Die Farbe erkennt man ja auf dem Bild bestens. Die Nase ist geprägt von einer feinen Hefenote, die jedoch gleich Platz für exotische Früchte (ein Freund von mir spricht da auch manchmal gerne von Dosenananas) und auch ein wenig reifer Birne macht. Den Abschluss an der Nase macht eine fein anklingende grüße Banane. Nur ganz wenig. Nicht so aufdringlich. Wir haben hier ja auch kein Boytritismonster trotz der 13% Alkohol. 4,5/6 Im Mund dann sehr dicht gewoben ohne im gernigsten schwer zu wirken. mehr von der Birne und Banane als von der Ananas. Eine fennervige Säure macht den extrem spannungsgeladen und zu keiner Sekunde uninteressant. Mit jeder Stunde an der Luft nehmen die Aromen an intensität zu ohne je ein Niveau zu erreichen auf dem einem der Wein widersteht oder zu wird. Das ist Leichtfüßig und mühelos 5/6 Der sehr lange Abgang gibt einem dann nochmals Zeit darüber nachzudenken, warum ich dem Wein keine 5,5/6 Punkte gegeben habe. Währenddessen lasse ich mich von der widerkehrenden Ananas bezirzen die sich lange windet bevor sie noch ein wenig Karamelltoffee und leichte Kaffenoten (ihr wisst schon dieser handgebraute Hipsterkaffee, nicht das Zeug aus der Nespresso Maschine) zurücklässt. Ebenfalls 5/6

Warum so ein Wein nicht noch mehr Punkte bekommt? Weil da noch Platz sein muss für den Wein wenn er endlich gereift ist. Ich bin froh, dass ich den Wein gefunden habe und werde ihn über die nächsten paar Tage genießen und Wertschätzen. Und danach eine ganze Weile vergessen, denn arg viele Flaschen hat der gute Herr nicht hergestellt. Und die die ich habe will ich nicht durch zu frühes Trinken verschwenden. Ach ja Essen… Das wird überbewertet. Den Wein kann man auch so genießen. Oder zu ein paar Steinpilzen. Oder zu einem Butterbrot. Ich persönlich würde aber nicht wollen, dass die feinen Nuancen durch zu aufdringliches Essen übertönt werden.

5/6 Punkte

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