2012 Darscho, Velich

  

  

Ein anstrengender Tag, da brauchst was fetteres und beglückendes. Warum also kein Chardonnay. Und weil ich bei den beiden letzten Burgundern mal wieder Premox Probleme hatte, gibt einen aus dem Burgenland. Warum kein Tiglat? Weil der Darsch schon völlig ausreicht. Die Reben sind zwar nicht 60  Jahre alt, aber immerhin 20-40 Jahre. Spontanvergoren, und sehr lange auf der Hefe war der Traubensaft auch schon. Außerdem hat er einige Zeit in Holzfässern zugebracht. In all der Zeit wurde so naturnah wie möglich gearbeitet.

Jetzt mal zum Wein. Typisches , klares Chardonnay goldgelb. Die Nase dann schon ein bisschen aussergewöhnlicher. Der erßte Eindruck, ohne jetzt wie Herr Klimek klingen zu wollen: Genau wie wenn man seine Nase in eine Packung Smack’s Cornflakes steckt. In Aromen aufgedröselt heisst das: Vanille, Karamell, geröstete Haselnüsse, Thymian und leicht Koriander, kandierte exotische Frucht und nasses Heu. Schön, komplex, tief und nicht zu überschwänglich. Schön balanciert. 5/6 Für das june Alter besitzt der Wein schon eine tolle ausgeglichnheit und balance. Sehr dicht und sehr cremig im wahrsten Sinne des Wortes. Die Frucht steht im Vordergrund, wenn auch nicht ganz die vom Chardonnay erwartete exotische. Die Ananas ist schon da, sie wurde aber ein wenig in Rum eingelegt. Schon viel deutlicher schmeckt man aber Orangenzeste heraus. Frisch geriebene, fruchtig, bittere Orangenzeste. Diese wird von toll integrierten Röstaromen, Curry und Safran begleitet. Wie wenn man einen Teil der Zeste auch noch karamellisiert hätte. Da hat jemand vorsichtig und mit Können mit dem Fass, oder Fässern gearbeitet. 5,5/6 Der Abgang ist auch sehr schön, kann aber nicht mit der Intensität des restlichen Weines mithalten. Hier kommen kräuter, nochmals die Zeste und ein bisschen Vanillekipferl mittellang zum Vorschein. 4,5/6

Wow, was für eine Intensität, was für ein Chardonnay. Ein feinfühliger Gigant. Genau wie ein Chardonnay sein sollte, nur mit einem etwas interessanterem Aromenspektrum. Natürlich noch viel zu Jung. Das Holz ist noch nicht richtig integriert und der Wein braucht auch erstmal ein paar Jahre um richtig zu sich zu finden, aber dann zählt er zu den ganz großen. Ach ja, die 13,5 Alkohol passen hervorragend zur Hummer Bisque, im Parmesanlaib geschwenkten Nudeln, einem kräftigen Ofenkäse und anderen Winterlichen Gerichten.

5 mit Tendenz zu 6 Punkten

 

 

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