2013 Blanc, Chateau Lestignac


Sehr viele Weine hatte ich über die Feiertage. Die Highlights waren lustigerweise nicht die „großen“ bekannten Weine sondern eher die newcomer. Besonders gut hat mir ein Blanc de Noirs von Charles Dufour gefallen. Aber da war ich nichtmehr in der Laune notizen zu nehmen, bei der nächsten Flasche bestimmt.
Eigentlich wollte ich hier über einen reifen Küchenmeister von Paul Weltner schreiben. Ein super Wein, nur leider mit einem Fehler trotz Glaskorken. Also nochmal ab in den Keller und Blind reingegriffen. Und die weiche Wachskapsel des Blanc von Chateau Lestignac erwischt. Der Wein ist, wie man sich schon denken kann, eine Cuvee. Hauptsächlich (40%) ist Sauvignon Blanc drin, noch 30% Semillion, 20% Ugni Blanc und 10% Muscadelle. Wäre es also nicht für den Muscadelle und Ugni, hätten wir hier einen schönen weissen Bordeaux. Also auf dem Papier. Aber da liegen nicht nur rund 150Kilometer Landweinwärts zwischen den beiden Weinen, auch der Stil unterscheidet sich maßgeblich. Natürlich wird hier biodynamisch bewirtschaftet. Und so gut wie garnichts wird dem Wein beigesetzt.Nur ein kleines bisschen Schwefel kommt mit auf die Reise. Bevor er diese antritt, genießt der Sauvignon und Semillon erst einmal ein Jahr auf den Schalen während der Ugni Blanc eine Sauerstofmazeration durchmacht. Das bedeutet der Wein gährt unter einer relativ dichten Schicht aus Schaum. Ich kenne das eher vom Beaujolais, aber es scheint hier auch zu funktionieren.
Ein kräftiges, leicht trübes Strohgelb strahlt einen an und verlangt nach dem ersten Schluck. Doch erstmal zur Nase: die erinnert in der kalten Zeit ein bisschen an heisse Zitrone. Also Zitronie, Honig, ein bisschen Toast und roter frischer Apfel. Schön ausgeglichen und nicht zu stark, aber doch aussagekräftig. 3,5/6 Im Mund leichte Angeklänge von Grüntee, dann packt aber sofort die Säure zu und die Geschmacknerven gehen in Richtung Zitrone. Das ist eine Lebendige Säure. Noch nicht unangenehm trägt sie unglaublich zu der dicht gewobenen und spannenden Struktur des Weines bei und lässt ihne trotz der Dichte wie ein Leichtgewicht erscheinen. Die etwas rauhe Strukur nimmt man anfangs kaum war, sie passt aber hervorragend ins gesamtkonzept. 4,5/6 Auch zum Abgang hin fällt der Spannungsbogen kaum ab. Der Wein veraschiedet sich mit leicht toastig, briochigen Noten in ein lange anhaltendes Finish von grünem Apfel. 4,5/6
Dieser Wein nimmt einen ein und macht in gleicher Weise Spass. Ein Irrer Trinkfluss für die 13% die er mitbringt. Diese bemerkt man nur beim Blick aus Etikett. Was aber auffällt ist, dass dieser Wein mit Gefühl und nicht mit Wissenschaft gemacht wurde. Eine tolle Leistung von den Marquets. Ich bin gespannt was nach einiger Reifezeit mit der Säure noch so alles passiert. Bis dahin trinke ich die Flasche erstmal aus 🙂
4 von 6 Punkte.

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