2013 Roter Veltliner von den Terrassen 1979, Weingut M&A Arndorfer

Man sagte mir ich solle mal wieder Urlaub machen der nichts mit Wein zu tun hat. Also gings ab auf die Skihütte. Aber so ganz ohne Wein geht das dann doch nicht. Ein paar Weine habe ich über 4 Tage verkostet, die beiden schönsten will ich vorstellen.

Mit dem Roten Veltliner von Martin und Anna Arndorfer war ich mir ein bisschen uneins. Auf deren Weingut durfte ich den Wein im zwei Wochen alten Zustand und direkt nach dem Öffnen probieren. Obwohl der Wein extrem langlebig ist, waren beides nicht gerade die optimalsten Zustände. Da ich das Weingut und seine Weine sehr schätze, mir am roten Veltliner allerdings einen Zahn ausgebissen habe, dachte ich mir, ich vertiefe mich noch einmal in den Wein und gebe Ihm noch eine Chance.

Die Zahl 1979 steht natürlich für das ungefähre Alter der Reben. Durch rigorose Beschränkung des Ertrags auf der Terrassenlage im Kamptal und natürlich biodynamische Bewirtschaftung kommt ein sehr konzentrierter Wein zu Stande. Bei falscher Bewirtschaftung werden die Weine meiner Meinung nach oft sehr plump und fett. Aber mit dem tollen Jahrgang und handwerklichen Geschick der Arndorfers steht der Wein schon viel besser da.
Ausgebaut wird der Wein zum Teil in Barrique und zu einem Anderen Teil den ich nicht weiß im großen Holzfass. Davor wird er natürlich spontan vergoren und danach ohne viel zutun auch wieder abgefüllt 🙂

Tag 1
Die Nase ist erst einmal leicht verhalten. Birne, Quitte, Honig kommen ein bisschen durch. Von der Dichte des Weines im Mund lässt sich noch nicht viel erahnen. Schön cremig ist er schon und hat eine für den RV sehr ausgeprägte Säure. Die Früchte aus der Nase bestätigen sich, ab Mitte des Gaumens kommt noch ein wenig Salzkaramell hinzu. Beim Abgang kann man sich nicht für eine Länge entscheiden. Er fängt stark an und klingt dann zwar sehr lange aber nicht mehr sonderlich intensiv aus. Säuredominiert und exotisch vom Holzfass. Die Tiefe ist schon einmal da, die wenigen Aromen sind sind untereinander ausbalanciert und intensiv. So richtig begeistert war ich noch nicht. 4/6

Tag 2
Die Nase ist schonmal viel intensiver. Frische grüne Birne, Erdbeeren, Muskat, Safran. Einfach ein Genuss. Sofort mal probieren was sich am Geschmack so alles getan hat. Hier hat man einen ausgewogenen, sehr vollmundigen Wein im Mund. Er gibt sich garnichtmal so trocken aber mit intensiver und auflebender Säure. Der Wein ist immernoch recht fett und dicht, aber die cremigkeit ist gewichen. Die Aromenvielfalt der Nase ist auch im Mund völlig nachvollziehbar, das Salzkaramell das irgendwann hinzukam hat sich in einen ganzen Strauss an Aromen verwandelt, am besten mit „Bratapfel“ zu beschreiben. Auch der Abgang hat sich in seiner Länge mit Leben gefüllt. Muskat und Honig dominieren. Das ist wirklich um längen besser und hat 4,5/6 Punkte verdient.

Tag 3
Die Nase war weniger fruchtbetont als noch am Vortag. Den Platz nahmen jetzt Gewürze und Kräuter ein. Safran und Muskat vom Vortag taten sich mit Curry, Waldhonig und Thymian zusammen. Von der Intensität her könnte man sie zwischen Tag 1 und 2 einordnen. Am Gaumen kam die Frucht dann aber wirklich sehr schön raus. Birne und Roter Apfel und diese dezente Süße der Erdbeere. Honig und wenn man genau in sich geht auch ein bisserl ein Pfefferl. Die Säure wirkte perfekt mit dem Fasseinsatz und dem Gewicht des Weines ausbalanciert und trug den Wein ins würzige, karamellige, aber nicht zu dicke Finish. Und der Wein war für sein Kaliber auch noch erstaunlich trinkig. Ich musste mich schon sehr beherrschen noch etwas für Tag 4 übrig zu lassen. 5/6

Tag 4
Ein bisschen spielte natürlich auch die Trauer über den letzten Hüttentag mit. Die musste ich in den letzten Schlücken dieses wunderbaren Weines ertränken. Dieser wird mit der Zeit immer würziger und Sortentypischer. Das ist wirklich eine tolle Präsenz am Gaumen und könnte bestimmt noch den Rest der Woche durchhalten, wenn er nicht so lecker und vor allem trinkig wäre. Von all den Weinen die ich dabei hatte, hat sich dieser über die Tage am schönsten entwickelt und nur dazugewonnen. Gut, dass ich Ihn noch einmal probiert habe.

Gut, dass ich mir den Wein noch einmal zu Gemüte geführt habe. Essen würde ich dazu Schwarzwurzeln, oder ein Japanisches Curry oder natürlich ein kräftige Brotzeit. Wenn 2015 irgendwann fertig ist, kommen mir davon auf jeden Fall ein paar in den Keller. Falls ihr das lest: Danke, dass ihr meinen ohnehin schon tollen Urlaub mit diesem Wein versüßt habt 🙂

5/6 Punkte

 

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