Was es die letze Woche sonst noch so gab

Damit ihr seht, dass ich auch nicht nur rumsitze, sondern auch wirklich wild durch die Weinwelt probiere, werde ich hier ab und an eine kleine Zusammenfassung der Weine veröffentlichen die es nicht zu einem Einzelbeitrag geschafft haben.

NV, Bollinger Rosé 

Also der normale Bollinger ist mein Liebling, wenn es um „Einstiegschampagner“ geht. Da ich aber immer mal wieder was neues ausprobieren wollte, gab es am sonnigen Samstag Mittag mal den Rosé. Da man sich ja nicht schon am Mittag betrinken will, eben aus der Halbflasche. Leider eine herbe Enttäuschung. Die Kraft und Balance der Grande Cuvee habe ich genauso vermisst, wie das famose Mousseax das den guten alten Bollinger so schnell die Kehle runtertreibt. Dieses orange Wässerchen verdient nicht mehr als 3,5/6 Punkte.

NV Champagne Grand Cru, Pierre Paillard
in die Reihe der Champagner-Enttäuschungen hat sich auch diese Chardonnay/Pinot Cuvee eingereiht. Für rund 38€ geht deutlich mehr. Und nur weil man eine Grand Cru Appelation hat, macht man noch lange keine Meisterwerke. Die Nase war zwar schön hefig, aber der Rest sehr uninspiriert und ohne richtigen Wumms oder Aha_Effekt. Säure mittelmäßig, Mousseax ging so, so wirklich fett war er auch nicht, aber als filigran kann man ihn bei bestem willen nicht bezeichnen. Im Geschäft sagt man dazu „stuck in the middle“ also nicht Fisch nicht Fleisch und von keinem richtig etwas. 2,5/6

2015 Riesling trocken, Robert Weil
In der Weinbastion Ulm habe ich mich angeregt über den Jahrgang 2015 unterhalten. Die Meinungen gingen weit auseinander. Der Jahrgang kommt sehr harmonisch rüber, das muss nicht immer jedem gefallen. Da meinte einer der Verkäufer meines Vertrauens, aber probier doch mal den. Und siehe da, ein Traum von einem Gutsriesling. Eine tolle vibrierende Säure und Frische. Das hat wirklich richtig Spass gemacht. Ich werde wohl auch im Blog ein paar mehr Gutsrieslinge von 2015 verkosten in nächster Zeit. 4/6 Punkte

2009 Cotes du Jura, Domaine Macle
Den Wein haben wir bei einem Freund zusammen mit ein paar anderen Weinen aufgemacht. Überwiegend Chardonnay mit einem „Tropfen“ Savagnin. Ich bin ja ein großer Fan von salzigen Chardonnay Savagnin Cuvees aus dem Jura. Diese war aber wirklich ein wenig zu sehr auf der salzigen Seite. Wir haben nicht viel davon getrunken und ich habe mir die Flasche für den nächsten Tag mitgenommen. Da hat sie dann ihre volle Kraft entfaltet und zu einem frisch aufgebackenen Pfefferbrot mit verschiedenen Schinken und stärkerem Käse war das ein Spitzenwein. Leider habe ich keine ausführlichen Verkostungsnotizen gemacht. Es gibt ausgewogenere Cuvees aus dem Jura aber diese hatte richtig Power und war schön dicht, staubig trocken, salzig und extrem nussig. 4,5/6

2009 Macon-Verzé, Domaine Leflaive


War dieser Wein anfangs verschlossen. Meine Freundin hat eine schöne Orangen-Spargelsuppe mit Scamorza zubereitet zu der dieser eher leichtere Vertreter aus dem Burgund super gepasst hätte. Leider war der Wein aus dem genialen Jahr für Weissen Burgunder noch viel zu verschlossen. Erst am nächsten Tag ging er auf. Sehr leicht und filigran. Zarte Orangentöne, nicht zu exotisch. Ganz wenig neues Fass, sehr schöne Säure, wenig Kräuter, eher frische. Konnte mich für das Geld aber nicht ganz überzeugen. Ich hätte mehr Komplexität erwartet. 3,5/6

2010 Brutalis, Caves Vidigal
Eine Cuvee aus Alicante Bouschet und Cabernet Sauvignon die nach einer Stunde im Dekanter schon ein bisschen aufgemacht. Präsente Tannine, aber nicht zu ruppig, sehr vom Cabernet geprägt, eher ins erdige, kräuterige gehen und weniger auf der fruchtigen Seite. War schön zu trinken, konnte aber zu den Spareribs nicht überzeugen, deshalb musste der nächste Wein her. 3,5/6

2009 Octania, Serra Barcelo
Was für ein Wein. Sehr viel Grenache von sehr alten Reben (50% Granacha Tinta, 35% Granacha Peluda) und noch 15% Carignan dazu. In keinster Weise zu schwer. Super filigran, extrem Fruchtbetont, super Arbeit mit dem Fass. Der Wein war dicht ohne schwer zu wirken hatte Tiefe und war vielschichtig. Man wollte gleich nochmal einen Schluck probieren. Hervorragend zu den Spareribs. 5/6

1993 Chateau Montrose
Ja, was gibt es da zu sagen. Die Flasche war noch im super Zustand, Säure völlig intakt, Tannine schön rund aber gaben noch einen schönen Rahmen. Nur leider das Problem, das viele Weine mit zu hohem Merlot Anteil in 1993 hatten, der Wein schmeckt zu grün. Ich hatte genau die gleiche Erfahrung vor einigen Wochen mit einem Canon 1993. Als Schlummertrunk am Feiertag war der Wein O.K., da er trotzdem noch recht vital war. Montrose wird ja auch eigentlich erst seit rund zehn Jahren so richtig gehyped, das hat wohl auch seinen Grund. 3/6

 

 

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