2009 Aulerde, Wittmann


An einem schönen Abend letzer Woche an dem man auch noch draußen sitzen konnte, probierten wir ein paar Weine durch. Der hier hat mich am meisten mitgerissen. Meine 2009 lasse ich noch schön ein paar Jahre liegen, sie machen zwar schon Spass, aber in zwei drei Jahren wird das ganze noch viel schöner eingebunden sein. Nun mal zum Wein. Natürlich gehts hier um Riesling. Die Lage Aulerde in Rheinhessen wird noch von zwei anderen bekannten Winzern (und natürlich vielen die noch entdeckt werden müssen) bewirtschaftet während K.P. Keller jeder kennt, macht für mich Groebe wunderbare Weine aus der Lage die man sich auch noch Kistenweise leisten kann und auch mal an einem Sonntag genießen kann. Von den Westhofener Lagen (meines Wissens gibt es da noch das Brunnenhäuschen, das Kirchspiel, den Morstein und die Steingrube) ist die Aulerde die wärmste. Die Trauben werden nicht entrappt, ganz gequetscht und eine Nacht lang eingemaischt. Natürlich werden die Weine Spontan vergoren und verbringen die meiste Zeit bis Sie auf die Flasche kommen im großen Holzfass.

An der Nase erstmal Dosenananas, wie mein Trinkpartner so gerne sagt 🙂 Für mich war da Speck wenig petrol, rauchige exotische Frucht von der Ananas bis zur Maracuja und Karamell. 5,5/6
Im Mund dick, dicht, fruchtig geradezu gewaltig und sehr intensiv. Ananas und Mango spielen in perfekter Balance mit den rauchigen und fetteren Aromen. Die Säure schafft spielerisch mit den opulenteren Sekundäraromen mitzuziehen und diese auszugleichen. Der Wein wirkt trotz seiner enormen dichte nicht zu fett oder überladen. 5,5/6
Der Abgang geht ewig mit Erinnerungen an die Süßigkeiten meiner Kindheit. Wie wenn man Werthers echte und Fruchtgummibärchen gleichzeitig in den Mund nehmen würde. 5/6

So lässt sich eine warme Sommernacht genießen. Ein Wein der nicht zu überladen wirkt, aber trotzdem unheimlich komplex und trotzdem trinkig daherkommt. Genau so stelle ich mir einen fetteren GG Riesling vor. Davon abgesehen, dass Wittmann und seine Aulerde keine Neuigkeit sind und jeder weiß, dass Sie genial sind ist dieser Wein gerade erstaunlich zugänglich und zeigt so viel Potential für die Zukunft.

5,5 von 6 Punkten

 

 

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7 Gedanken zu “2009 Aulerde, Wittmann

  1. Meine Aulerde wird wohl noch ein bißchen warten müssen, ist 3 Jahre jünger. Aber die Vorfreude steigt trotzdem mit dem schönen Bericht.
    Wie war der GV vom Toifl im Hintergrund? Ist ja auch was eher fettes…

    1. Haha, knapp daneben.. das war ein 2009 er Riesling von Toifl oder 2010. Weiss nicht mehr genau. Im Vergleich mit der Aulerde war er fruchtiger, filigraner und leichter. Ziemlich gut, extrem ausgeglichen. Artur hats wirklich drauf, der GV war auch eines meiner Prowein Highlights.

      1. Vielen Dank! Ich wußte gar nicht, daß Artur Toifl selber auch Riesling macht, ich kannte nur die GV’s in der Normal- und Reserve-Ausführung…

  2. Riesling Kremstal Reserve seh ich auf dem Bild 🙂 denke das ist vom Jahr abhängig, vielleicht hat er den aus ner Parzelle von Thierry Weber hergestellt…
    Ich frag ihn mal, wenn ich ihn auf der Vievinum treffe.

    1. Ist der Riesling auch aus der Lage Lindobel wie der GV (auf dem Rückenetikett ausgewiesen)?
      Ich wollte ihn eh‘ mal fragen, ob er mir mal wieder was vorbei bringen kann. Ein paar seiner Weine gibt’s auch bei der Metro Brunnthal, da kommt er ab und zu nach München. Da das Etikett vom Design her genau wie der GV Reserve aussieht, dachte ich, ich wäre auf der richtigen Spur…

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