2014 Neuburger, Milan Nestarec


Der Neuburger, eine autochthone Österreichische Rebsorte. Moment mal, warum denn dann Tschechien? Weil da Milan Nestarec lebt. Der Mann macht seine Weine in der Tschechischen Republik nahe dem Nördöstlichsten Teil Österreichs nahe der Grenze zur Slowakei. Klassik Line heißt bei dem jungen Winzer, dass die Weine ein wenig länger reifen dürfen. Ich verstehe leider den Text auf der Flasche nicht, nehme aber an, dass der Wein recht natürlich gewachsen und bewirtschaftet wurde und auch im Keller nicht viel zugesetzt wurde. Den ersten Wein des jungen Herrn durfte ich im neuen Restaurant von Tim Mälzer in Wien probieren. Tolle Weinkarte, kein Kommentar zum Essen… Auf jeden Fall war das ein wirklich schöner Veltliner. Da dachte ich, es gibt sowieso schon so wenige Winzer die Neuburger unverschnitten abfüllen, dass muss ich probieren. Die Sorte reift sehr schön, wie ich nach der Verkostung eines 1999er Neuburgers feststellen durfte, ist aber nicht jedermanns Sache. Der Wein ist extrem trocken, salzig und erdig und die Traube braucht viel Pflege für einen Wein den am Ende nur sehr wenige zu schätzen wissen. 

Schon beim ersten Schnuppern, kommt einem diese Saline Note in die Nase. Irgendwie vertraut, aber ein bisschen entfremdet. Ich konnte es nicht gleich zuordnen. Ein bisschen Zitronenzeste und eingetrocknetes Meerwasser. 3,5/6 Der Profi spricht schnell von einer Sherrynote. Im Mund setzt sich das ganze Spiel dann fort. Jetzt kann ich den Geschmack zuordnen und zwar zu Savagnin. Aber da ist mehr Fruchtigkeit und eine leichtere Säure. Auch die Nussigkeit und Cremigkeit des Savagnin ist hier weniger zu finden, eher eine schöne Salzkaramellnote. Eine leichtere Alternative. Hierzu braucht man keinen schweren Käse, das geht zur Brotzeit oder zum salzigen Schinken oder auch zum Schnitzel. 4/6 Der Abgang dann wieder mittellang und salzig. 3,5/6

Also ein richtig großer Wein wird ein Neuburger nicht unbedingt werden. Aber Arndorfers mit ihrem Chardonnay Neuburger Cuvee und Heinrich mit seinem Neuburger Freyheit lassen die Sorte wieder aufleben. Allerdings ein bisschen in abgewandelter Form. Was Milan Nestarec hier macht ist purer Neuburger auf einem klasse Niveau. Und das für weniger als die Hälfte des Preises der  anderen beiden. Für 13€auf jeden Fall eine Empfehlung. Man muss es eben nur ein bisschen derber mögen. Aber zu salzigen Speisen macht der Wein richtig Spass, schade, dass unser Schnitzelwirt in Ulm nur Bier anbietet…

3,5 von 6 Punkten

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