2014 Albahra, Envínate


Envinate ist bzw. war eine Consulting Gesellschaft für Wein die von 4 Studienkollegen/Freunden gegründet wurde. Wie so oft, wenn man sich mit dem Thema Wein ausseinander setzt, will man auch mal selbst Hand anlegen. Die vier machen auch Weine an der Ribeira Sacra, aber die Weine die mich mehr interessieren sind die Weine die Sie aus den auf Teneriffa ansässigen Reben herstellen. Keine Chemikalien, Ernte von Hand, „pressen“ mit den Füßen. Hat was 🙂 Heranreifen darf der Wein ohne übermäßigen Zusatz von Sulfit in großen, alten Holzfäßern. In der Theorie also genau mein Stil. Dieser Wein im speziellen stammt von ca. 30 Jahre alten Alicante Bouchet Reben die auf 800 Metern Höhe wachsen. Für eine Vulkaninsel wie Teneriffa ist das ziemlich hoch. Durch die indigenen Hefen Fermentieren und später auch Reifen darf dieser Rotwein nicht im Holzfass sondern im Zementtank. Es gibt natürlich schon den 2015er, aber der 2014er reift fantastisch und hält auf jeden Fall noch ein bis zwei Jahre durch.

An der Nase klingen erst einmal schöne Waldbeeren an. Waldboden auch noch. Was den Wein blind von einem schönen deutschen Spätburgunder unterscheidet sind die dunkleren Noten. Während Spätburgunder etwas säurebetonter rüberkommt, setzt dieser Wein noch mit schönen Pferdestall Aromen nach. Auch die Beeren im Waldbeeren-Gemisch gehen eher in Richtung saure Himbeere und Brombeere. Die Nase ist leicht und nicht zu überwältigend und überladen. 4/6
Im Mund erst einmal keine Spur von den 14% Alkohol. Ein feiner, Säuregeprägter Wein mit präsenter aber nicht zu ausgeprägter Tanninstruktur. Keine Spur von Marmelade, eher Sauerkirsche und saure Himbeeren. Die erdigen Töne vom Bouquet kommen leider erst wieder zum Abgang hin raus. Nicht zu tiefgründig und eher trinkig. 3,5/6

Der mittellange Abgang dreht die Aromenvielfalt dann noch mal schön auf und die erdigen Noten können noch sich noch einmal schön entfalten. 4/6

Alles in Allem ein toller Wein zum Essen, ein Mix aus Spätburgunder und Beaujoulais. Lustigerweise macht sich der hohe Alkoholgehalt nie bemerkbar. Solo ist mir der Wein allerdings doch zu einfach. Nach dem ersten Glas ist Schluss. Zur Brotzeit mit viel Salami die ich aus verscheidensten Feinkostläden in München und Ulm zusammengesammelt habe macht der Wein aber riesig Spass. Es reicht also nur zu

3,5 von 6 Punkten

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