2010 Trebulanum, Alois

Kein Bild gemacht… sorry…

Das Teil habe ich mir mal vor ein paar Jahren gekauft und vor ein paar Wochen beim Klimaschrank umräumen wiedergefunden. Da ich keine Ahnung hatte wie der Wein schmeckt, und ihn mit seinen 13% eher für ein Leichtgewicht hielt, habe ich ihn einfach mal aufgemacht. Die Rebsorte heißt Casaveccia. Angebaut wird das ganze in Volturno, das wiederum liegt in Kampanien. ich habe etwas weicheres erwartet und hätte wohl eher auf das „tannico“ hinten auf dem italienischen Flaschentext achten sollen. Auch die 18 Monate im 8000 Liter Fass können ja nichtmehr so viel Tanninstruktur gegeben haben. Es sollte also eher an den dicken Schalen liegen auf denen der Wein mazeriert wurde. Der Gambero Rosso scheint ihn zu mögen und Galloni hat ihn für den Wine Advocate auch noch gemocht. Mag ich ihn?

Obwohl ich selten Aussagen über die Farbe mache, sollte dieses tiefe Rot doch erwähnt werden. Ein weiterer Hinweis auf die Tanninstruktur den ich ignoriert habe. Die Nase riecht eher nach Weihrauch als nach Frucht. Vielleicht ein bisschen Hagebutten-Marmelade die sich aber schnell im teerigen Rauch verlieren. Nicht mein Ding, aber sehr interessant. Erinnert an Cahors. Ein bisschen. 4/6
Nun gut. Nach einer Stunde an der Luft ist der Wein angenehm fruchtig ohne je marmeladig zu wirken. Eine schöne, saure Kirschfrucht tritt in den Vordergrund, die Tannine rücken einrahmend ein wenig in den Hintergrund und sorgen für eine ausgeprägte Würze in Richtung grüner Pfeffer und Paprikagewürz. 4/6

Die Tannine sorgen natürlich für einen langen, tollen Abgang. Die auf der Flasche beschreibene „liquirizia“ kommt aber eher weniger durch, dafür stehen die Tannine noch zu startk im Vordergrund und verkleben den Mund. Sie tragen die frucht allerdings schön und langsam ausdörrend mit ein wenig Kupfer in den Abgang. 3/6

Garnicht mal so schlecht. Aber beim Trinkfluss muss er noch üben. Der Wein geht wirklich nur zum Essen. Und da er die erste Stunde so scheu war, musste ich mir noch ein wenig Salami aufschneiden nach meinem Rib Eye. Und ich muss sagen, dass Zeug macht Spass. Nach rund 90 Minuten sind die Tannine sehr schön eingebunden und die leichten 13% machen den Wein mittlerweile recht bekömmlich. Schöne neue, fast ausgestorbene Rebsorte entdeckt die einen feinen Wein macht, der sich angenehm von normalen Cahors abhebt. Schön, dass ich nicht immer gleich meinen Vorurteilen nachgebe.

3,5 von 6 Punkten.

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