2015 Táganan, Envinate


Nachdem ich die letzten Weintrinkerlebnisse eher mit den Großen (und teils überschätzten) und den Alten hatte heute wieder ein Blogbeitrag und ein Trinkwein. Also: wie versprochen mehr von diesem Weingut. Diesmal trinke ich den „normalen“ Wein des Weingutes. Eine Cuvee aus einer Menge Authochtoner Rebsorten aus Teneriffa die mal wieder einige Punkte im Wine Century Club geben. Negramoll, die im letzten Beitrag zum Weingut besprochene Listan Negro, Moscatel Negra, Listan Gacho, Vijariego Negro um nur einige zu nennen. Wie der Name Vulkaninsel uns ja schon verrät, gedeihen die Sorten im Vulkangestein wild und ohne Erziehung und außerdem ganz ohne Chemie vor sich hin. Die rauhe Luft des Atlantik streichelt sie zart und hält sie auch schön kühl, was die 13% Alkohol erklährt. Auch auf eine Sulfitzugabe muss der Wein verzichten.

Der Wein bekommt von mir erstmal 30 Minuten Luft in der Flasche. Für einen so jungen Wein ist die Farbe sehr hell. Selbst Pinot Noir kommt öfter mal dunkler daher. In der Nase unglaublich frisch, rauchig und würzig eher Kräuter von dezenten dunklen Beeren unterlegt als super fruchtig. Sehr sauber und klar sind die Aromen auch. 4/6 Die Frucht spart sich der Wein für den Gaumen auf. Während im vorderen drittel des Mundes noch eine eher erdige Würze dominiert, wird der Wein zum Abgang hin immer fruchtiger. Klar strukturiert, mit wenig Tannin aber klarer Säure für sein junges Alter. So geht fein! So geht cool climate! (In heissen Gebieten) Trinkig ist er auch noch! Klar gehts noch viel komplexer, aber das macht Spass und ist auch noch Anspruchsvoll. 4/6 Hintenraus sind dann die Aromen schön ausgewogen und die Würze gepaart mit der Frucht gibt aufschluss auf das nächste Jahr in der Entwicklung des Weines, wenn sich die Aromen noch ein bisschen besser integrieren. 3,5/6

Arg lange würde ich den Wein allerdings nicht liegen lassen. Dafür fehlt die Struktur bei Tanninen und Säure. Wo wir auch wieder beim Problem wären. Trinkig für 17€ EVP? Gerechtfertigt wäre der Preis allemal, wenn man die Ernte von Hand an den Steilen Klippen mir in betracht zieht. Trotzdem wird er die meißten warscheinlich eher abschrecken. Da greife ich vielleicht auch zum etwas billigeren Einstieg des Weingutes. Denkt man sich da. Und ich kann es keinem verübeln. Für Weinfreaks ist es allerdings schon eine Erfahrung die sie mal gemacht haben sollten, aber zum Reifen würde ich mir nicht viel davon in den Keller legen. Den Flagschiffwein des Gutes lasse ich noch ein wenig im Keller liegen, damit er Zeit hat sich zu finden.

Ach ja:

3,5 von 6 Punkten bekommt der Wein.

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