2013 Riesling Hipping, Schätzel


In letzter Zeit fehlte mir immer die Inspiration im Wein. Klar waren ein paar ganz gute Sachen dabei, aber nichtsmehr hat mich richtig vom Hocker gerissen. Gut, der 1996er Lynch Moussas am Freitag Abend war super, aber irgendwie hats nicht geknallt. Der Masseria 2010 von Vietti hat garnicht überzeugt… hab ich wohl 5 Flaschen zuviel gekauft. Hoffentlich nur schlechte Phase. Naja, heute bin ich dabn mal wieder zu den Klassikern zurückgekehrt. Zwar keine Inspiration, aber immerhin eine Bank hab ich da gefunden. Besser gesagt, hab ich in meinem Keller eine Tüte entdeckt die eigentlich zu den Weinklimaschränken in einem anderen Keller wandern sollte. Damit sie da in frieden noch ein paar Jahre ruhen kann, bevor ich sie öffne. Aber da ich die Tüte vergessen hatte, fügte ich mich dem Schicksal. Und ich habe nichts falsch gemacht. Die Flasche hat mir ein Freund bei einem Tauschgeschäft mit drauf gelegt. Ich kannte das Weingut nicht, Hipping kannte ich natürlich. Nicht nur von Keller Proben, nein, auch Lisa Bunn macht super Weine vom Hipping. Genau an diesem vegetieren die Trauben relativ ungestört vor sich hin, bevor sie von Hand gelesen werden. Spontan vergoren werden sie auch noch um dann in uralten 600-1200 Liter Fässern zu reifen. Am bemerkenswerten sind aber die nur 11,5% Alkohol mit denen dieser Wein auskommt.

Für sein junges alter, hat der Wein schon eine ziemlich reife Farbe. Die Nase ist dicht, expressiv und schlägt einem mit Zitrusfrüchten und Petrolnote entgegen. Ein bisschen Melisse, Waldmeister und andere Kräuter lassen sich auch ohne viel Geduld erschnuppern. 4/6 Im Mund dann eine packende Säure, wie es sich für 2013 gehört. Aber da ist auch schon ein bisschen molliger Schmelz und neben den Zitrusfrüchten klingt ein klein wenig Steinobst mit. Aber nur ein klein wenig. Von Exotik wollen wir hier nicht sprechen. Wovon man aber sprechen sollte ist die Kraft die dieser Wein für seine 11,5% Alkohol mit bringt. Da reicht ein kleiner Schluck und man hat den Mund von vorne bis hinten voller Aromen. 4,5/6  Klar, die Säure trägt auch in einen langen Abgang hinein, lässt aber einige Aromen zu schnell zurück. 3,5/6

So etwas habe ich die letzten paar Wochen vermisst. Zum selbst gebeizten Lachs à la Kitchen Guerilla mit Gin und danach noch 2 Tage mit Blutorange Vakuumiert macht der Wein richtig Spass und lässt sich auch nicht von den beigelegten Blutorangen oder dem salzigen Lachs die Schau stehlen. Ich muss mir 3 davon in den Keller legen falls ich noch welche finde. Die 35€ ist der Wein allemal wert.

4 von 6 Punkten

 

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