2013 Riesling Schimbock, Vollenweider


Ahh tut das gut, endlich mal wieder einen Wein gefunden zu haben über den ich wirklich schreiben will. Besonders, weil ich ihn mit einer einfachen Aufzählung von Aromen nicht beschreiben könnte. Aber mehr dazu weiter unten. Der Winzer ist ein Schweizer der aus Liebe zum Riesling vor 18 Jahren das Weingut gründete. Soweit ich weiß, macht er hauptsächlich restsüße Rieslinge, ich finde aber er kann ruhig ein paar Weine auf der trockenen Schiene fahren. Das Weingut befindet sich an der Mosel in Traben Tarbach. So auch die Lage. Der Riesling mutet super rustikal an und igendwie auch frei von Riesling Regeln, ohne die Moselherkunft zu verraten. Eine altmodische Presse und auch sonst eher händische als maschinelle Methoden und (meiner Meinung nach) viel Gespür mit der Gährung und Feinhefe.

Der Wein ist ein Monument, dass sich gerade noch ein wenig versteckt. Die Nase habe ich anfangs als „verhalten“ interpretiert, dabei ist sie einfach nur feinnervig. Also Augen zu und konzentrieren. Hier kommt alles was einen Moselriesling auszeichnet, leicht Petrol, Zitrusfrucht, und dann Kräuter und ein klein wenig Plastik. 3/6 Es ist wahrlich nicht das Bouquet das mich bewegt hat hier mal wieder zu schreiben, sondern das Gefühl das dieser Riesling vermittelt. Er ist ungezähmt und legt mit jeder halben Stunde an der Luft zu. Deutlich mineralisch, kräuterig und salzig bis in den Abgang hinein. Aber Rau und ungeschliffen. Mit Hefeecken und Säurekanten. Diese Kanten werden mit zunehmendem Luftkontakt ausgeürägter und werden diesen Wein über viele Jahre tragen und wachsen lassen. Manchmal ist er auch schon recht schmelzig und die Säure kommt hinter ihrem Versteck hervor. Subjektiv sind das nur. 4/6. Aber eben nur Subjektiv. Und während dem Tippen habe ich noch den langen salinen Nachhall im Mund, am Gaumen im Kopf. 4/6

Ich sitze da und freue mich auf den nächsten Schluck. Und das owbohl ich heute gar keinen Wein aufmachen wollte. Die Flasche wird warscheinlich sehr schnell leer werden. Ich mag das Raue, das komplexe und trotzdem auch den Trinkfluss. Ich mag die Überraschung die mir der Wein beschert hat, vor allem, weil ich mich nichtmehr an den Preis erinnern konnte. Hab ich schon erwähnt, dass die Reben Wurzelecht sind? Wenn ihr den Wein trinkt, habt ihr keinen Zweifel mehr.
Wenn ich Zeit hätte, würde ich mir nochmal einen Flammkuchen mit leichtem Blätterteig machen. Aber das würde mich zu sehr vom Wein ablenken…

4/6 Punkte

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