2008 Blauburgunder Ottoberg, Weingut Broger


Kurz zum Wein: Blauburgunder aus der Schweiz und das auch noch zu einem super Preis! Dann auch noch ohne Reinzuchthefen vergoren und 10 Monate im 400Liter Fass, das muss Spass machen. Reif ist er auch noch. Broger kommt aus Thurgau, so auch der Wein, der bereits 2008 Biodynamisch angebaut wurde. Damals hat der junge Winzer erst seit 5 Jahren seinen eigenen Wein gemacht und schon so eine Schönheit geschaffen. Vom 2015er habe ich bereits bestellt 🙂

An der Nase leichte Anzeichen des Alters, dieser ganz milde Stallgeruch, schon deutlicher ein bisschen Leder. Dann kommt aber die Frucht. An der Nase leider schon ein bisschen eingekocht, viel zu dunkel, fast schon in Richtung Rumtopf. Vom Sensorischen Eindruck allein, würde man sagen, der Wein hat seinen Zenit weit überschritten. 2,5/6 Im Mund dann ein völlig anderer Eindruck. Der Wein ist noch sehr frisch. Jugendlich kann man ihn nichtmehr nennen, dafür ist er zu schön gereift, aber von Höhepunkt darf man getrost sprechen. Eine fantastische Säure begrüßt einen. Man denkt an schwarze Johannisbeeren (nur der Gedanke, nicht wenn man tatsächlich reinbeißt und das Gesicht verzieht) dann kommen aber noch süßere Beeren hinzu. Die frisch gepflückten kleinen Erdbeeren von meinem Balkon lassen sich gerne vergleichen. Tannin hatte der Wein noch nie viel. Das wenige ist kaum mehr zu spüren. 3,5/6 Im Abgang wirds dann schon eher marmeladig und Himbeerig, dafür aber auch lang. 3/6

Ich bin mir am Ende dieses Berichtes garnichtmehr so sicher, was ich von dem Wein halten soll, nachdem mich der erste Schluck doch angeregt hat darüber zu schreiben. Ich war vor kurzem auf einer wirklich interessanten und tollen Burgunderprobe. Ein Freund brachte Burgunder aus Neuseeland mit und wir verkosteten sie Blind mit vielen Piraten vermengt. Blind, und mit starker Konzentration waren mir viele der Neuseeländer zu süß. Eine süße die mir ohne diesen Vergleich nie wirklich aufefallen wäre. Nur im „Antlitz“ eines echten Burgunders aus der Bourgogne wurde mir dieser Umstand klar. Diese Süße entdecke ich gerade in vielen Pinots Abseits von Frankreich. Selbst meinen zweiten, Österreichischen Piraten habe ich zwar erkannt, aber nichtmehr so genossen, wie beim Kauf. Auch bei diesen hier bemerke ich diese Süße. Nicht unbedingt unangenehm, wenn nicht auf einer Probe. Im Zusammenhang mit der tollen Säure doch eher animierend aber trotzdem ein roter Faden durch die nicht-französischen Burgunder dieser Welt.

Vorneweg finde ich den Wein am besten. Gerade jetzt, leicht gekühlt auf dem Balkon sind seine 12,5% extrem animierend und laden zum nächsten Schluck ein. Doch hat er gerade noch die Schwelle an Komplexität, die ich selbst bei einem „Montagswein“ eben nicht vermissen will.

3,5 von 6 Punkte.

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