2012 Aloxe – Corton, Tollot-Beaut

In letzter Zeit habe ich immer mehr lust auf Bourgogne und Village Weine namhafter Domaines. Angefangen hat alles mit dem perfektesten aller Bourgognes, dem Leroy. Da es davon sehr wenig gibt, muss ich mich nach anderen umsehen. Am liebsten nach anderen Freaks. Woran erkennt man Freaks? Zum Beispiel daran, dass sie ihre eigenen Flaschen designen. Nicht weil sie schöner aussehen, sondern weil bei der Liegenden Lagerung mehr Weinfläche mit dem Restchen Luft in der Flasche in Berührung kommt. Also muss man auch einen leicht gereiften Wein des gutes Probieren. Sonst wären die Flaschen ja auch umsonst gewesen 😛 Wie hier schon öfter geschrieben ist 2012 bereits sehr offen und zeigt wohin sich die Wein bewegen können. Im Falle mancher 1er Crus die ich schon hatte schon fast zu weit fortgeschritten. Dieser hier steht allerdings gerade perfekt im Saft. Corton muss ich nicht viel erzählen 🙂 

Mit 13,5% Alkohol kann der Wein ziemlich viel bevor er im Mund ist. Die Nase ist deutlich und akzentuiert. Veilchen, Kräuter, fast schon ein bisschen Lavendel untermahlt vom Geruch von Brombeeren und Blaubeeren. Die Nase erscheint frisch, trotz des eher warmen Jahrgangs. Ein kleines bisschen mollig ist sie aber schon. 3,5/6 Erstmal zur Struktur: Die Säure ist beeindruckend. Tannine sind da, aber nur sanft und seidig im Hintergrund. Man sollte aber nicht vernachlässigen, dass dieser Wein kräftig ist und noch viele Jahre vor sich hätte. Trinkflussmäßig bedeutet das Einbußen. Aber es handelt sich auch um einen Villages, keinen Bourgogne. Zurück zum Wein, dessen beeriges, erdiges Aroma ist so stark, dass fast schon Essen dazu muss. 4,5/6 Der Abgang wird grandios werden, ist aber momentan noch zu stark von der straffen Säure geprägt. 3/6

Dieser Wein braucht noch 5-10 Jahre. Unglaubliches Potential für einen „einfachen“ Aloxe Corton. Es gibt noch soviel zum entdecken im Burgund. Und dann noch diese schöne, wahrscheinlich von Hand geblasene Flasche. Ich bin beeindruckt und werde den Wein weiter stillschweigend genießen. Bei 38€ pro Flasche werde ich mir aber maximal eine in den Keller legen und vergessen. Wie gesagt, ich will ja noch ein paar andere Weingüter entdecken. Ich bin mir aber sicher, dass ich mich auf dieser Reise eher den reiferen Exemplaren widmen werde.

Während Naturweine und Entdeckungen Sinn machen, wenn man sie frisch trinkt und darüber schreibt, macht es für mich bei größeren Weinen mehr Sinn über diese zu berichten, wenn Sie einen adäquaten Reifegrad erreicht haben. Bei diesem Wein dachte ich er wäre erreicht. Das nächste mal weiß ich es besser.

4 von 6

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