2007 Blaufränkisch Ungerberg, Paul Achs

Der Ungerberg liegt meines Wissens nach relativ nah am Neusiedlersee. Das bedeutet, ein bisschen kühleres Klima und das, wo der Blaufränkisch brilliert: Warme Tage, etwas kühlere Nächte und eine straffe, klare, kühle Struktur und Säure die manchmal in zu heißen Jahren oder Lagen verloren geht. Auch die 12,5% Alkohol sprechen für ein kühleres Jahr und Klima. Dazu kommt die „Whole Bunch“ Vergärung. Was mir beim Pinot oft ein bisschen zu grün wirkt, ist für den Blaufränkisch anscheinend goldrichtig. Ich muss zugeben mich, außer auf Tastings, noch nie eindringlich mit einer Flasche von Paul Achs beschäftigt zu haben. Anscheinend ein Fehler. Denn genau so macht mir Blaufränkisch Spass.

An der Nase beeindruckend kräftig. Dieser Korb voller dunkler Beeren springt einem geradezu ins Gesicht. Dazu noch Schwarzkirsche und dieser charakteristische Balsamische Stich. Durch das Alter kommt noch ein bisschen Leder und mehr Unterholz mit dazu. Tiefgründig und überhaupt nicht alkoholisch. 5/6 Im Mund dann ein Fest von Himbeeren und Brombeeren man könnte sie fast kauen. Durch das alter schon leicht gezähmt und gerade dadurch so schön rund. Auf die Beeren folgt die in der Nase schon vorangekündigte Balsamische Note. Hier recht stark ausgeprägt und im Vordergrund, die anderen Tertiäraromen kommen ein bisschen zu kurz. Das Verrät schon, besser wird der Wein nicht mehr. Wer aber auf eine gute Reife aus ist, der ist hier noch richtig beraten. Tannine sind schön samtig und rund. Säure ist schon, aber nicht nervend. Alles schön ausgewogen. 4,5/6 Der Abgang leidet ein wenig unter dem Alter. Hier denke ich eher an ältere Brunellos die ich schon getrunken habe als an einen Blaufränkisch. Kein schlechtes Zeichen. Trotzdem wirkt der Wein nicht zuviel nach und enttäuscht hier eher. 2,5/6 Nachtrag: Nach ca. 2 Stunden an der Luft kam ein sehr schöner Abgang mit Kakaonoten zum Vorschein der sicher 3-3,5 Punkte Wert ist. 

Ich muss sagen, ich habe mein Bewetungsmuster schon öfters mal überdacht und werde das auch wieder tun. Der Abgang ist mir manchmal nicht so wichtig, zieht aber die Bewertung teilweise sehr runter. Beim Geschmack nehme ich zu oft die Struktur mit hinein. Deshalb werde ich ab jetzt Nase, Gaumen, Struktur bewerten. Macht für mich viel mehr Sinn. So wie dieser Wein heute für mich Sinn macht. Ich liebe diese konzentrierten Wunderweine mit nur 12,5%. Das ist große Kunst. 

Erstaunlich ist aber auch, dass der Rusterberg 2008 noch zu jung war, während dieser Ungerberg schon ein wenig am abbauen war. Ja, der Ungerberg war deutlich wärmer gelagert. 16 vs 12 Grad Celsius. Dieser Unterschied wirkt sich aber meines Wissens schon aus, aber nicht so gravierend. Fakt ist, ich mag die Weine mit der frische und dem fruchtigen Druck und wenn wieder ein Jahrgang mit 12,5% um die Ecke kommt, wird aufgestockt.

4,5 von 6.

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