2008 Granit 30, Vincent Paris

Auf der Flasche steht Cornas. Das sollte eigentlich das meiste schon abgedeckt haben. Die Syrah Weine von der nördlichen Rhone sind toll und meist von recht „kühlem“ Charakter. Cornas liegt allerdings am Südlichsten Ende des Anbaugebietes. Sie sind also ein bisschen kräftiger. Gerade auch in kälteren Jahren können diese Weine glänzen. 2008 und 2013 werden hier sehr hoch gehandelt. Vincent Paris ist noch recht jung für einen Winzer, aber dank excellentem Gefühl und sehr alter, leider nur zum Teil biologisch bewirtschafteter Reben würde man das dem Wein niemals anmerken. Nicht zu unrecht ist er schon Präsident der ansässigen Winzervereinigung. Wer denkt die Zahl hinter dem Granit steht für Monate im gebrauchten Holzfass, liegt Falsch. Gerade für die deutschen Weinfreaks ist es ja kein Geheimnis, dass die Steillagen an der Rhone denen an der Mosel oft das Wasser reichen können. Wer meint 30 Grad Neigung sind nicht viel, der hat recht und sollte seinen anderen Syrah, den Granit 60 probieren 😛 
Eigentlich wollte ich hier noch kurz über die Weintauschbörse philosophieren, wo ich den Wein mit einem sehr netten anderen Blogger getauscht habe. Der länge des Beitrages zuliebe verschiebe ich das auf den nächsten Beitrag. Seinen Blog kann man unter https://wolfswinejournal.wordpress.com/ besuchen. 

Nun zum Wein. Für die mittlere Klasse, es gibt noch mindestens zwei Schritte nach oben, ist das ein echter Krachter. Nach 8 Jahren Reife ist der Wein noch frisch und knackig, die Tannine akzentuiert und griffig, die Säure fast jugendlich. Alls schon wunderbar integriert und ausbalanciert. So sollte ein Wein mit 13% Alkohol beschaffen sein. Die Dichte an Aromen ist phänomenal. Aber wir kommen dem Bouquet zuvor. 5/6 Die Nase gewohnt mit schwarzem Pfeffer und Räucherspeck. Auch florale Aromen sind noch dabei, die Nase ist so dunkel und von Bitterstoffen geprägt wie die Farbe nach außen signalisiert. 4/6 Was die eindeutig dominierenden Beerenaromen angeht, denke ich Brombeere trifft es am besten. Diese intensive Säure, die fast ins bittere geht, kommt diesem Wein am nächsten. Zur Himbeere will ich nicht tendieren, man muss sie schon sehr früh Ernten um solch eine Säure und Konzentration zu erreichen. Neben den Beeren kommt auch der Speck recht gut raus. Auch wenn der Wein nicht die Fleischigkeit von seinen Alkoholhaltigeren Verwandten aus Australien besitzt. Hintenraus kommt dann aber doch noch eine gewisse Süße heraus die ich eher in wärmeren Jahrgängen verortet hätte. Sie passt aber ins Bild eines typischen Syrah und komplettiert diesen Vertreter. 4,5/6

4,5 von 6

Wow, diese Feinheit und Trinkigkeit kenne ich eher von ein paar mal in denen ich Weine von der Domaine Clape leeren durfte. Diese beiden sind für mich perfekte Cornas Vertreter. Ich hatte zu dem Wein eine selbstgemachte Pizza mit frischen Pfifferlingen und Lardo. Speckig, rauchig und herbstlich. Genau zu diesem früherbst bzw. abklingenden Sommer passt dieser Wein hervorragend. Diese beachtliche Frische bekommt man eben in solch wärmeren Regionen nur mit Hilfe eines kühlenden Flusslaufes und der dazu passenden Rebsorte hin. Und über wirklich alte Reben geht sowieso nichts.

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