Sylvester 2017

 

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Traditionell begingen wir Sylvester wieder im Yamas in Ulm. Die Weinauswahl ist berühmt, dieses Jahr gabs sogar die Auszeichunng für die beste Weinkarte Deutschlands vom VDP. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir auch eigene Flaschen mitbringen können. Und das wurde auch gemacht. 

Zum wunderbaren Menü gabs erstmal einen Chablis Les Clos Grand Cru 2012 von William Fevre aus der Magnum. Nachdem uns der Bougros einen Monat vorher sehr enttäuscht hat, war dieser hier famos! Das war fein, geschliffene Säure, kanckig und im Abgang dann mit leichtem Schmelz. Die Gläser waren schnell leer und mann konnte sich zweifachen Nachschlag nicht verkeifen. Genau so sollte man klassischen Chablis vermitteln. Für den offenen Ausschank ist as leider zu teuer. 5/6 für diese positive Überraschung.

Zwischendrin gab es einen Champagner von André Clouet. Der Grande Reserve Bouzy Grand Cru Brut bietet viel Freude für kleines Geld. 100% Pinot Noir bringen hier Körper und rote Früchte an den Gaumen. Das passt hervorragend zum oxidativen Ausbau der das Bouquet mit Brioche, Kokos (so bisschen Raffaelo) und Quitte bestückt. Das macht diesen eher fetteren Champagner zum everyday favoriten. 3,5/6 weil mir die Zero Dosage Variante noch einen Tick besser gefällt. 

Zum Aufwärmen gab es dann einen wirklich überraschend guten 2015 Eymann Toreye Pinot Noir. Das war toll, ein dunkler Pinot Noir, nicht so vordergründig fruchtig wie die Deutschen. Auch die Säure war „ernsthaft“ und eher im Burgund zu verorten. Super Begleiter zum Essen und kann sehr gut mit den einigen Villages aus wärmeren Regionen mithalten. 4/6

Dann gings teurer weiter. Für mich einer der Weine des Abends. Der Barolo Rocche von Bruno Giacosa aus 2003 war in höchstform. Ein Monster aus Säure und Tanninen, mit vielen Jahren vor sich. Allerdings hat sich hier wohl ein Trinkfenster aufgetan. Purer Nebbiolo, wie ich ihn lieber. Nichts war maskiert, nichts war überzogen. Selbst das heiße Jahr konnte dem klaren Stil des leider verstorbenen Großmeisters nichts anhaben. 5,5/6 Der Barolo flirtete mit der Perfektion. Wie bei Giacosa wohl die großen Jahrgänge sind?

Die Gaumen wurden langsam müde, also wurde kurz mit einer 2008er Rothenberg Auslese von Gunderloch „repariert“. Der eigentlich geplante 2011 Bourgogne von Leroy hatte leider fies Premox.

Dann folgte ein kleines Duell der Burgunder Giganten. 2013 Gantenbein Pinot Noir gegen 2014 Chambolle Musigny von Domaine G. Roumier. Natürlich blind. Und siehe da, Roumier war deutlich in Führung. Ich habe Gantenbein deutlich besser in Erinnerung. (Die 3 mal in denen ich die Ehre hatte war er aber auch reifer) Die Balance fehlte, Säure überwog, die herbalen Aromen und das sanfte Gemüt des Weins das ich so liebe war nicht mehr da. Der Wein war vielleicht ein wenig verschlossen, vielleicht lag es auch am Jahr, aber der Gesamteindruck kam eher auf 3,5/6 Punkte. Der Chambolle Musigny hat gerade noch aus dem sich schließenden 2014er Trinkfenster herausgeschaut. Kein vergleich zu dem grandiosen 2008er 1er Cru Chambolle vom Sommer diesen Jahres aber doch ein tolles Erlebnis. Kein Gramm zuviel „Speck“ schöne 2014er Säure und die dezente aber doch präsente Frucht gepaart mit noch jungen aber keinesfalls ruppigen Tanninen. Ein Trinkspass der mit 4 – 4,5/6 Punkten davonkommt, aber sicher noch zu 5 Punkten auflaufen wird in 5-10 Jahren.

Dann war es endlich soweit und wir durften uns zum Anstoßen an den schon sehr guten, allerdings für meinen Champagnergeschmack sehr jungen 2007 Roederer Cristal mit fast schon störender Säure die mir ein bisschen zu stark das Brioche etc. verdrängte. Das braucht noch 5-30 Jahre 🙂 Der 2005 Grande Année von Bollinger korkte dezent, was aber kaum jemandem auffiel. Zum Ausgleich gab es deshalb einen balancierten, präsenten und absolut empfehlenswerten Les 7 Crus von Agrapart & Fils 4,5/6

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Da wir danach noch lustig drauf waren, gabs in kleiner Runde noch einen oben drauf. Und was für einen. Der sehr seltene 2003er Celebris Rosé Extra Brut von Gosset. Uungefähr 50/50 Pinot Noir und Chardonnay machen diesen wirklich gut gereiften Rosé aus. Serviert wurde im Burgunderglas, das hat der Champagner auber auch nötig gehabt. Für mich der Champagner des Abends mit allem was dazu gehört. Brioche in Hülle und Fülle, trotzdem niemals zu dick mit balancierter, durch die Reife schon gut verträglicher und vor allem animierender Säure. Der Rose ist auch mit der geringen Dosage vom Eindruck her eher knochentrocken. Die Kombination mit den ausgeprägten Hefearomen und daraus entstehende Balance schafft Gosset mit Bravour. 5/6 und ein gelunger Abschluss für einen gelungenen Abend. 

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