2015 Agape, Ratapoil

Es wird mittlerweile immer schwerer, Weine zu finden die noch niemand kennt, oder über die noch niemand auf Deutsch geschrieben hat. Besser gesagt, finden ja, trinken ist ja das einfachste an der Sache. Im Grunde nur eine ausrede, warum ich mich nicht mal wieder konzentriert mit einer Flasche hinsetze um mich mit ihr auseinander zu setzen. Aus keinem bestimmten Grund bin ich heute nach der Arbeit noch fit genug und habe zufällig nen Wein kühl …

Ratapoil, ist wohl so jemand wie ich für Weintrinker bin. Ein Unbekannter mit wenig stammbäumlichen Background in Wein. Keine Winzerfamilie etc. Etwas das auffallend viele Weingüter bzw. Winzer im Jura auszeichnet. Wie auch ich (keine 18 jahre lang), kennt sich der gute Herr nach 18 Jahren im Weinbusiness doch schon sehr gut aus. Bewirtschaften tut der gute Herr Monnier seine fast 3 Hektar (fürs Jura erstaunlich viel) Reben recht natürlich. Keine Pestizide, Herbizide, keine Chemie, etc etc. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass er auch mit den Reben nicht wirklich viel macht. Was wächst wird von Hand gelesen und dann auch von Keller bis Flasche weitestgehend in Ruhe gelassen. Keine Schönung, Filtration, Chaptalisation etc. Wer macht das denn überhaupt noch, will man sich hier fragen. 
Früher hatte er glaube ich mal einen Savagnin und einen Indocile, ich nehme an die sind, wenigstens in 2015 in einen Wein geflossen. Aber wie das so ist bei diesen Winzer, man weiss nicht unbedingt viel über sie, wenn man sie nicht mal getroffen hat und ne viertel Stunde mit ihnen unterhalten hat. Was ich nicht habe, sonst hätte ich wahrscheinlich mehr als eine Flasche. 

Nun mal zum Savagnin. Wie jeder weiß, wird das Zeug eigentlich als Vin Jaune ausgebaut, zumindest kennen es so die meisten Menschen die mal mehr als 100 Seiten über Wein gelesen haben. Anders als beim Vin Jaune und manch anderen Jura Winzern wurde hier nicht zu Oxidativ mit der Rebsorte gearbeitet. Somit kann man sie auch schon 20 Jahre früher trinken. 
An der Nase das gewohnte saline, die Meeresbrise. Unterstrichen von einer noch zu deutlichen Hefenote sowie einem leichter floralen Anklang. Defintiv ins Burgunderglas. Im Zalto Universal war er zu eingesperrt. Nach 15 Minuten werden die Armon verhaltener, filigraner. 3/6
Im Mund dann mit toller, unerwarteter Zitrusnote. Richtig frisch. Die gewohnten Savagnin Aromen sind da, stehen aber hinten an. Wow, was für eine Säure und dazu diese Dichte. Das hat Trinkfluss, trotz 13% Alkohol. Ich wollte der Flasche eigentlich 30-60 Minuten geben, bevor ich mit dem schreiben anfange, aber das war fast unnötig. Frisch und ausbalanciert zeigt sich der Savagnin. 4,5/6

Das macht Spass und ist für unter 30€ echt großes Burgunder Kino. Ja, das wird nicht all zu alt, 5 Jahre wird er aber schon dastehen wie eine 1.

4 von 6 Weinwappler Punkten. 

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